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"Rauchzeichen"

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Drehbuch

 
RAUCHZEICHEN

  Zeitreisen - Die Zukunft

© 2003 by Moana-Film GmbH

 


1.
Ein silbernes Flugzeug (es könnte so aussehen wie ein Raumschiff) erscheint am strahlend blauen Himmel über dem Flughafen von Olbia in Sardinien und landet. (darüber die Titel)


2.
JONATHAN FISCHER (49) kommt mit zwei Koffern aus der Ankunftshalle. Er trägt einen dunklen Anzug, darunter ein weißes Sweatshirt und eine Sonnenbrille. Er geht auf ein Taxi zu.


ZWISCHENTITEL: DAS PARADIES


3.
Das Taxi fährt durch eine wild zerklüftete Felslandschaft. JONATHAN schaut sich neugierig um. JONATHAN (mehr zu sich selbst als zum Taxifahrer): Das liegt ja am Ende der Welt. Warum hat sie sich bloß hierhin verkrochen. TAXIFAHRER (als habe er ihn verstanden): Cinque minuti. Der Taxifahrer deutet mit seiner Hand die Zahl fünf an.


4.
Das Taxi hält in der Einfahrt eines kleinen Hotels. Der Taxifahrer holt die Koffer aus dem Kofferraum und stellt sie neben den Hoteleingang. JONATHAN gibt dem Taxifahrer einen Hundert-Euroschein. JONATHAN: It's okay. TAXIFAHRER: Gracie. Das Taxi fährt weg. JONATHAN geht in das Gebäude. Er ruft laut: Hallo. Dann kommt er wieder heraus. Er geht um das Haus herum.


5.
Eine Terrasse. Dort liegen auf Liegestühlen LEILA (25), eine orientalisch aussehende schöne Frau und HANS (40), der unrasiert und überhaupt etwas zerfleddert aussieht, so als ob er gerade aus dem Bett gekommen sei. Beide lesen Zeitung. LEILA hat vor sich eine Tasse Kaffee, HANS ein Glas Rotwein. JONATHAN sagt: Hi! HANS sieht von seiner Zeitung auf und sagt auch: Hi. Dann schenkt sich sein Rotweinglas wieder voll. LEILA: Sie hätten das Taxi warten lassen sollen. JONATHAN: Warum? LEILA: Annabella nimmt nicht jeden Gast. JONATHAN: Ist kein Zimmer mehr frei? LEILA: Doch. Haben Sie sich angemeldet? JONATHAN: Ich dachte um diese Jahreszeit sei das nicht nötig. LEILA steht auf und mustert JONATHAN von Kopf bis Fuß und sieht ihm lange in die Augen, als wolle sie direkt in sein Herz hineinsehen. JONATHAN ist das peinlich. JONATHAN: Ich heiße Joe und komme aus Florida. LEILA: Ich heiße LEILA und bin gleich wieder da. Ich hole Annabella. Warten Sie hier.


6.
LEILA geht in Richtung Wohnhaus, das auf einer Anhöhe hoch über dem Hotel liegt. Um den Weg herum dichtes Gestrüpp. LEILA ruft: Annabella!


7.
ANNABELLA SILBERSTEIN (56) hockt - wie eine Indianderin - mitten in einem frisch angelegten großen Beet. Sie trägt einen Trainingsanzug und ist von oben bis unten mit Erde verschmiert. Auch ihr Gesicht ist voller Erde, weil sie sich immer wieder den Schweiß aus der Stirn wischt. Neben ihr zehn Kästen mit eingetopften Blumen, und eine Gießkanne. Sie holt die Blumen aus ihren Plastiktöpfen und pflanzt sie in die Erde. Man sieht, wie viel Spaß ihr diese Art von Arbeit macht. LEILA: Heute geht's dir richtig gut? ANNABELLA: Ja. Ich liebe es, in der Erde herumzuwühlen. LEILA: Ein neuer Gast ist da. Er heißt Joe und kommt aus Florida. Er spricht perfekt deutsch. Hoffentlich macht er keinen Ärger. ANNABELLA: Ich hab jetzt keine Zeit. Sag ihm, er soll warten. Ich bin in ein bis zwei Stunden da. LEILA geht weg. ANNABELLA ruft ihr nach: Du kannst ihm ja was zu trinken anbieten.


8.
JONATHAN spaziert lässig, die Hände in den Hosentaschen, auf der Terasse herum, sieht immer wieder zu HANS und setzt sich dann auf einen Stuhl. JONATHAN: Verzeihen Sie, sind Sie auch ein Gast oder gehören Sie zum Haus? HANS antwortet nicht. Er sieht nicht einmal von seiner Zeitung auf. JONATHAN: Es ist schön hier. Kommen im Sommer viele Gäste her? Es liegt ja ziemlich abgelegen. HANS gibt noch immer keine Antwort. JONATHAN: Do you speak English? HANS (macht ihn nach): Nein. Ich „speake" nur Deutsch. JONATHAN: Tut mir leid. Es war nicht meine Absicht, Sie zu stören. HANS steht auf und geht ins Haus und sagt (mehr zu sich selbst als zu JONATHAN) Ihr verdammten Amerikaner! Ihr glaubt, euch gehört die Welt.


9.
MICHAEL SILBERSTEIN (16) steht auf einem Bootssteg und angelt. Er hat gerade einen ziemlich großen Fisch an der Angel. Er holt ihn rein, nimmt ihn vom Haken und tötet ihn fachmännisch.


10.
LEILA kommt zurück von ANNABELLA und betritt die Terrasse. LEILA: Wo ist Hans? JONATHAN: Er ist weggegangen. Ich glaube, er kann mich nicht leiden. LEILA: Er redet nicht gerne. Machen Sie sich nichts draus. Annabella ist beschäftigt. Sie sagt, sie müssen warten. JONATHAN: Okay, dann warte ich eben. LEILA legt sich wieder in ihren Liegestuhl und nimmt die Zeitung, die sie weggelegt hatte, wieder auf. Eine Weile herrscht Schweigen. LEILA: Möchten Sie etwas trinken? JONATHAN: Nein, danke. Ich bin hundemüde. Ich bin seit 20 Stunden auf den Beinen und will nur so schnell wie möglich ein Bett. LEILA: Was machen Sie, wenn Annabella Sie nicht aufnimmt? JONATHAN: Dann schlafe ich hier draußen. Ich finde, ihr habt hier ein ziemlich komisches Hotel. JONATHAN holt aus seinem Jackett eine Landkarte von Sardinien. Darauf ist die Lage des Hotels mit einem roten Kreis eingezeichnet. Er setzt eine Lesebrille auf und studiert die Karte. Nach einer Weile fragt er LEILA: Gibt es hier in der Gegend noch andere Hotels? LEILA: Wir sind kein Hotel, sondern ein Gästehaus. JONATHAN: Sie machen es Ihren Gästen nicht leicht. LEILA: Damit müssen Sie sich abfinden.


11.
MICHAEL kommt mit seinem Angelgerät und einem großen Eimer auf die Terrasse. LEILA: Hast du was gefangen? MICHAEL (cool): Die Fische haben scheinbar auf mich gewartet. Ich hab nur die ganz großen genommen. LEILA: Zeig her! MICHAEL holt einen etwa 40 cm großen Fisch aus dem Eimer. LEILA: Wow! Dann gibt's zum Abendessen frischen Fisch. JONATHAN: Ich habe früher auch geangelt. MICHAEL (zu LEILA): Wer ist das? LEILA: Ein neuer Gast. JONATHAN steht auf und gibt MICHAEL die Hand. JONATHAN: Ich heiße Jonathan. Du darfst Joe zu mir sagen. MICHAEL: Ich bin Michael. MICHAEL geht mit dem Eimer ins Haus.


12.
In der Küche. Sieben große Fische liegen auf dem Küchentisch. MICHAEL putzt seine Beute und macht sie grillfertig.


13.
ANNABELLA kommt, noch immer völlig verdreckt, mit der Gießkanne und den leeren Plastiktöpfen auf die Terrasse und fällt, ohne Begrüßung, mit der Türe ins Haus: Sie sind der, der letzte Woche aus Amerika angerufen hat und suchen ihre Tochter? JONATHAN steht auf, um ANNABELLA zu begrüßen. ANNABELLA: Fassen Sie mich lieber nicht an, sonst wird Ihr schöner Anzug schmutzig. Auch ANNABELLA mustert JONATHAN von Kopf bis Fuß. ANNABELLA: Armani? JONATHAN: Nein. Fischer. Jonathan Fischer (Dann erst versteht er ihre Frage und lacht über seine Dummheit) Ach Sie haben meinen Anzug gemeint. ANNABELLA schenkt ihm ein Lächeln und sagt: Richtig. Kommen Sie ins Haus. Sie müssen zuerst einmal ein leider ziemlich umfangreiches Formular ausfüllen. JONATHAN: Auch wenn ich nur ein oder zwei Tage bleibe?


14.
ANNABELLA geht ums Haus zum Eingang, da wo die beiden Koffer stehen. JONATHAN folgt ihr. ANNABELLA: Ist das Ihr Gepäck? IJONATHAN: Ja. JONATHAN nimmt die beiden Koffer auf und will damit ins Haus gehen. ANNABELLA: Machen Sie sich keine Mühe. Zuerst müssen Sie unser Formular ausfüllen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Sie als neuen Gast in unser Gästehaus aufnehmen kann. Im Haus klingelt das Telefon.


15.
ANNABELLA nimmt den Hörer ab. ANNABELLA: Kannst du einen Moment warten? Ich muß schnell einen Gast abfertigen. Sie legt den Hörer neben das Telefon und reicht JONATHAN, der ihr gefolgt ist, ein zehnseitiges Formular. ANNABELLA: Bitte nehmen Sie Platz und lassen Sie sich Zeit. Inzwischen gehe ich unter die Dusche und ziehe mir was anderes an. JONATHAN überfliegt das Formular und stöhnt: Mein Gott, wozu wollen Sie das alles wissen? ANNABELLA beachtet JONATHAN nicht weiter und nimmt den Telefonhörer wieder auf. ANNABELLA: Hallo Jade! - Deine Mutter ist unterwegs. Sie kommt erst morgen oder übermorgen zurück. - Michael ist schon gestern angekommen. - Das muß deine Mutter entscheiden. - Gut, ich werde sie fragen. Ich will mich da nicht einmischen. Ich bin der Meinung, daß Du wie geplant morgen hier ankommst. ANNABELLA notiert sich eine Telefonnummer. Ciao Bella. Bis morgen. ANNABELLA legt den Hörer auf und verschwindet hinter einer Türe.


16.
ANNABELLA steht unter der Dusche und seift sich ein.


17.
JONATHAN sitzt an einem niedrigen Tisch. Er hat seine Lesebrille aufgesetzt und versucht, das Aufnahmeformular auszufüllen. Er wird dort nach so gut wie allem, was Menschen voneinander unterscheidet, gefragt: Geburtstag, Körpergröße, Gewicht, monatliches Einkommen, Vermögen, Beruf, Wohnort, wie oft verheiratet, Kinder, Alter der Kinder, Hobbys, Vorlieben für Speisen, Raucher, Alkoholkonsum, Drogen, Krankheiten, Schlafgewohnheiten, sexuelle Gewohnheiten und Vorlieben usw. (INSERT).


18.
ANNABELLA trägt jetzt ein todschickes, aber ganz einfaches rotes Kleid. Sie steht vor dem Spiegel des Badezimmers und schminkt sich.


19.
ANNABELLA kommt zurück zu JONATHAN. JONATHAN (mit fast kindlichem Stolz): Ich habe ALLE Fragen, so gut ich kann, beantwortet. Dann erst schaut JONATHAN sie an. JONATHAN: Wow! Sie machen Ihrem Namen alle Ehre. Sie sind eine sehr schöne Frau! Er lächelt ANNABELLA - hemmungslos begeistert - an. JONATHAN: Haben Sie sich diesen Fragebogen ausgedacht? ANNABELLA setzt sich zu ihm. ANNABELLA: Nein. Das will meine Partnerin. Die ist aber im Moment nicht da. Sie kauft Wein für die Sommersaison. JONATHAN gibt ANNABELLA das ausgefüllte Formular. JONATHAN: Das liest sich wie das Aufnahmeformular bei einem Eheanbahnungsinstitut. ANNABELLA wirft einen Blick auf das ausgefüllte Formular. ANNABELLA: Manchmal heiratet sie auch einen Gast. Sie liebt das Heiraten - und läßt sich meistens genauso schnell wieder scheiden. JONATHAN: Sie auch? ANNABELLA: Nein! Ich muß einen Mann wirklich lieben. JONATHAN: Glauben Sie an die Liebe? ANNABELLA schaut JONATHAN an. ANNABELLA: Ja. JONATHAN: Ich habe da nicht so gute Erfahrungen gemacht. Alle Frauen, die ich kennengelernt habe, wollten nur mein Geld. ANNABELLA: Sind Sie reich? JONATHAN: Gucken Sie in Ihr Formular. Ich habe auch diese, wie ich finde, reichlich indiskrete Frage, wahrheitsgemäß beantwortet. ANNABELLA: Ich muß erst meine Brille holen.


20.
Es ist Abend geworden. MICHAEL steht an einem Grill auf der Terrasse und grillt die von ihm gefangenen Fische.


21.
Im Eßzimmer des Gästehauses sitzen ANNABELLA, LEILA, HANS und JONATHAN und warten auf die gegrillten frischen Fische. Sie essen Salat und trinken Wein. JONATHAN (zu ANNABELLA): Es kommt mir so vor, als wäre ich schon ein paar Tage hier. Ich fühle mich bei Ihnen wie zuhause. Auf Ihr Wohl, Annabella! Darf ich Annabella zu Ihnen sagen?


22.
Am nächsten Morgen. ANNABELLA steht auf, zieht einen Bademantel an und öffnet das Fenster ihres Schlafzimmers. Die Sonne ist noch nicht über den Bergen aufgegangen, aber es ist schon hell. Es verspricht ein schöner Tag zu werden.


23.
ANNABELLA geht zu ihrer Wetterstation, die erhöht auf einem Felsen liegt, und schreibt die Wetterdaten in ein Notizbuch. Sie guckt auf das Gästehaus, das ruhig und friedlich unten im Tal liegt und bemerkt JONATHAN, der in Sportkleidung joggt. Sie lächelt.


24.
JONATHAN entdeckt sie auch, bleibt stehen und winkt ihr zu. JONATHAN ruft laut: Guten Morgen, Annabella! Wann gibt's Frühstück? Ich sterbe vor Hunger.


25.
ANNABELLA ruft hinunter: In einer halben Stunde.


26.
JONATHAN duscht sich.


27.
ANNABELLA geht den Weg, der vom Wohnhaus zum Gästehaus führt, hinunter.


28.
ANNABELLA gießt die gestern eingepflanzten Blumen. MICHAEL rennt den Weg hinunter. MICHAEL: Guten Morgen, Mama. ANNABELLA: Was hast du vor? MICHAEL: LEILA und ich gehen angeln. ANNABELLA: Aber zuerst wird gefrühstückt.


29.
MICHAEL klopft an die Tür von LEILA's Zimmer. MICHAEL: Darf ich reinkommen? LEILA: Okay komm rein. Aber ich lieg noch im Bett.


30.
ANNABELLA deckt den Tisch für ihre Gäste. JONATHAN, der jetzt ganz leger gekleidet ist, kommt ins Eßzimmer. JONATHAN: Ich hab geschlafen wie ein Bär und einen wunderbaren Traum gehabt. ANNABELLA: Guten Morgen Joe. Was haben Sie geträumt? MICHAEL und LEILA betreten das Eßzimmer und stürzen sich auf das Frühstück. JONATHAN (leise): Sie kamen auch drin vor! JONATHAN setzt sich neben MICHAEL und LEILA. JONATHAN: Guten Morgen ihr beiden! ANNABELLA schenkt JONATHAN Kaffee ein. ANNABELLA: Ich hoffe, es war ein seriöser Traum. Das Telefon klingelt. MICHAEL rennt los.


31.
MICHAEL nimmt den Hörer ab. MICHAEL: Gästehaus „Bella Sardegna", Michael Silberstein. - Ach du bist es. Wen willst du sprechen? Deine Mutter ist nicht da. - Okay, ich sage Mama, daß du deine Pläne wieder geändert hast und daß du doch schon heute ankommst. - Okay ich schreibe es auch auf. Fünzehn Uhr fünfundvierzig. Michael schreibt sich die Flugnummer und die Ankunftszeit auf. Ich freue mich auf dich! - Hier ist noch gar nichts los. Ciao Jade.


32.
MICHAEL gibt ANNABELLA den Zettel: Jade kommt doch schon heute. Sie will, daß du sie abholst. ANNABELLA: Das paßt mir jetzt gar nicht. Heute ist Neumond und ich muß die Olivenbäume, die ich gekauft habe, unbedingt noch heute pflanzen. MICHAEL: Ich habe keine Zeit. JONATHAN: Vielleicht könnte ich einspringen? Ich könnte Ihnen beim Pflanzen helfen oder auch Jade auf dem Flughafen abholen - wenn Sie mir Ihren Wagen leihen? Oder beides, wenn Sie damit einverstanden sind. Ich habe absolut nichts zu tun und würde mich wahrscheinlich langweilen. ANNABELLA schaut JONATHAN prüfend an. ANNABELLA: Haben Sie schon einmal Olivenbäume gepflanzt? JONATHAN: Ich könnte ja sagen, weil ich das gerne mit Ihnen tun würde. Aber dann würde ich lügen. Ich will Sie nicht belügen. Nie! ANNABELLA: Glauben Sie, daß Sie den Weg zum Flughafen finden? Haben Sie überhaupt einen Führerschein?


33.
Auf dem Bootssteg. MICHAEL und LEILA angeln. Bei LEILA hat ein Fisch angebissen. LEILA: Hilfe! Bei mir hat einer angebissen. MICHAEL: Du bist cool! Jetzt mußt du die Leine ganz langsam reinholen. Du mußt den Fisch dabei spüren! HANS kommt auf den Bootssteg. HANS (zu LEILA): Ich hab dich heute morgen beim Frühstück vermißt. LEILA: Stör mich nicht! Siehst du nicht, daß bei mir ein Fisch angebissen hat! HANS geht beleidigt wieder weg.


34.
In der Nähe des Wohnhauses. ANNABELLA und JONATHAN pflanzen junge Olivenbäume. JONATHAN gräbt mit dem Spaten ein Loch. ANNABELLA: Das ist tief genug. ANNABELLA gießt mit einer Gießkanne Wasser in das Loch. JONATHAN: Mir hat mal eine Frau, die von Gartenarbeiten sehr viel versteht, erzählt, daß man kein Wasser in das Pflanzloch gießen darf, weil sich dann die neuen Wurzeln viel schneller bilden. ANNABELLA: Vielleicht bei euch in Florida, aber nicht hier. Waren Sie in sie verliebt? JONATHAN: Nur ein bißchen. ANNABELLA schaut JONATHAN an. ANNABELLA: Es macht Spaß, mit Ihnen zu arbeiten.


35.
JONATHAN steht in der Empfangshalle des Flughafens. Er hält ein Pappschild vor sich hin. Darauf steht: „Jade Goldberg". Er läuft nervös hin und her, weil die meisten Passagiere schon herausgekommen sind. Dann kommt endlich auch JADE. Sie sieht das Pappschild und geht auf JONATHAN zu. JADE: Ich bin Jade. Wer bist du? JONATHAN: Annabella hatte keine Zeit, und da bin ich eingesprungen. JADE: Okay. Hast du auch einen Namen? JONATHAN: Sag einfach Joe zu mir.


36.
Im Auto. JONATHAN fährt. JADE sitzt neben ihm. JADE: Bist du wirklich hundertprozentig sicher, daß ich deine Tochter bin? Ich kann das nicht glauben. Du siehst so anders aus. So hab ich mir dich nicht vorgestellt. JONATHAN: Um ganz ehrlich zu sein, nein. Wir haben dich damals „Moon - Mond" genannt. Aber das hat alles deine Mutter gemacht. Ich muß erst mit ihr reden. Sie hat mich verlassen, da warst du noch ganz klein. JONATHAN deutet mit seinen Händen an, wie klein seine Tochter damals war. JADE: Laß die Hände am Steuer, Joe! Ich will noch nicht sterben. JONATHAN: Okay, okay! JADE schaut JONATHAN prüfend an. JADE: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß du mein Vater bist. JONATHAN: Mir geht's ähnlich. JADE: Aber du bist nett! JONATHAN: Das ist ja immerhin etwas.


37.
JONATHAN hält mit dem Wagen vor dem Wohnhaus. ANNABELLA kommt heraus. JADE steigt aus und begrüßt ANNABELLA. JADE (leise): Er hat gesagt, er sei mein Vater. Aber er heißt Fischer und ich heiße Goldberg. Und außerdem hat er seine Tochter Moon genannt. Das kommt mir alles ziemlich komisch vor. ANNABELLA: Wenn deine Mutter da ist, wird sich alles klären. JADE: Wenn er wirklich mein Vater ist - naja ich hätte nichts dagegen. Er gefällt mir. ANNABELLA: Mir gefällt er auch.


38.
Jades Zimmer. JADE holt ihre Kleider aus dem Koffer und hängt sie in einen Schrank.


39.
HANS sitzt vor seinem Fernseher. Überall im Zimmer sind Regale mit Videokassetten. Alle sind fein säuberlich beschriftet. HANS raucht eine Zigarre und trinkt Wein. JADE kommt in sein Zimmer. JADE: Hallo Hans! Wieso sitzt du schon wieder vor dem Fernseher? Fernsehen macht dumm! HANS: Ich sehe nicht fern. Ich sehe Kino. Ich hab dir das doch erklärt, ich bin der Gott des Kinos. Nur so lange ich lebe, lebt das Kino. Weil ich es liebe. Mehr als alles andere auf der Welt. JADE: Du bist überhaupt kein Gott. Du bist betrunken. Aber ich hab dich trotzdem gern. JADE gibt HANS einen Kuß. JADE: Auch wenn du nach Alkohol stinkst. HANS: Ein Gott stinkt nie nach Alkohol! JADE: Hast du neue Filme? HANS: So viel du willst. Ich brauche bald ein Extrazimmer für meine Videokassetten.


40.
Auf dem Bootssteg. LEILA und MICHAEL machen eine Angelpause und essen mitgebrachte Brote. MICHAEL: Sag mal, was ist mit dir los? Hast du Angst? Du guckst immer wieder in der Gegend herum, als ob jemand kommen könnte, um dich zu holen. Das war schon letztes Jahr so. Während der Sommerferien. LEILA: Das ist eine lange Geschichte. Willst du sie wirklich hören? MICHAEL: Ja. Unbedingt. LEILA überlegt, wie sie MICHAEL das erklären soll. LEILA: Ich glaube an einen anderen Gott als du. Mein Gott heißt Allah. Und die Leute, die das gleiche glauben wie ich, kämpfen gegen die Leute, die das glauben, was du glaubst. Ich habe da mitgemacht, weil mein Freund das auch gemacht hat. Jetzt ist er tot und dann bin ich ausgestiegen. Jetzt habe ich Angst, daß die mich suchen. Verstehst du das? MICHAEL: Bist du eine Terroristin? LEILA: Man könnte das so nennen. MICHAEL: Hast du Menschen erschossen? Hast du hier ein Maschinengewehr oder eine Pistole? Das wäre cool. LEILA: Nein. MICHAEL: Weißt du nicht, wie man Spuren verwischt? LEILA: Was glaubst du, was ich bei denen gelernt habe. Bloß was ich weiß, wissen die auch. Ist doch logisch, oder? MICHAEL: Wenn du mir was erklärst, verstehe ich alles sofort. Du müßtest bei uns in der Schule meine Lehrerin sein. Ich finde dich total nett. (Pause) Eigentlich wollten Jade und ich heiraten. Aber vielleicht überlege ich mir das nochmal. Jade ist schön. Aber sie hat von nichts eine Ahnung. Ich finde dich viel toller. Du bist wie das richtige Leben. Was du sagst ist nicht so ein Kinderkram. Verstehst du das? LEILA: Klar.


41.
ANNABELLA zeigt JONATHAN ihr Land. Sie klettern auf einen hohen Felsen, von dem aus die ganze Umgebung sichtbar wird. ANNABELLA: Hier wollte ich mein Wohnhaus bauen, aber dafür gab's keine Baugenehmigung. Das ist mein Lieblingsplatz. JONATHAN: Das ist fast wie in den Rocky Mountains. ANNABELLA: Von hier aus kann ich den Mond sehen. Manchmal komme ich, wenn es dunkel geworden ist, hier hoch und schlafe hier. Wissen Sie, daß ich eine Astronautin war und einmal da oben auf dem Mond herumspaziert bin? Ich kann es fast selbst nicht mehr glauben. Das ist so lange her. Ich liebe die Gedichte von Hölderlin über alles. Mein Gedichtband liegt jetzt auch da oben. Ich hab ihn dort absichtlich „vergessen", damit ich ihn immer von hier aus sehen kann. JONATHAN: Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich mich in Sie verlieben würde? ANNABELLA: Nein. JONATHAN: Wollen wir uns nicht duzen? Sie sind mir so vertraut. Als würden wir uns schon von Anfang an kennen. ANNABELLA: Dazu müssen wir uns vorher küssen. JONATHAN: Okay, ich denke das ist kein Problem. JONATHAN küßt ANNABELLA. Sie küssen sich ziemlich lange.


42.
ANNABELLA und JONATHAN schlafen miteinander in ANNABELLAS Zimmer im Wohnhaus.


43.
Am Abend auf der Terrasse des Gästehauses. Alle sitzen an einem großen Tisch und essen zu Abend. Es gibt Spaghetti, weil man ja nicht jeden Abend die von MICHAEL geangelten Fische essen kann. JONATHAN sitzt neben ANNABELLA und flüstert ihr ins Ohr: Ich liebe dich! In diesem Moment hupt ein Auto. ANNABELLA: Das muß Isabella sein. Bleibt bitte alle sitzen! Ich kümmere mich um sie. ANNABELLA steht auf und geht weg. JADE rennt hinter ihr her und ist schneller als ANNABELLA.


44.
ISABELLA steigt aus ihrem Wagen aus. JADE stürzt auf sie zu. JADE: Ein Mann ist da, er sagt, daß er mein Vater ist! ANNABELLA begrüßt ISABELLA. ANNABELLA: Er heißt Jonathan Fischer. JADE: Mama, ist er mein Vater? ISABELLA: Ich will diesen Scheißkerl nicht sehen. Schick ihn weg! ANNABELLA: So einfach geht das nicht. JADE: Mama, bitte sag mir endlich, ob er mein Vater ist! ISABELLA: Ja! Leider. (zu ANNABELLA) Der Kerl hat mir die besten Jahre meines Lebens versaut. Ich fahre sofort wieder weg. Er soll dahin gehen, wo er hergekommen ist. JADE: Mama du bist ungerecht. Ich geh jetzt zu Joe und sage ihm, daß er mein Papa ist. JADE geht weg. ANNABELLA: Ich muß dir was gestehen. ISABELLA: Was? Sag bloß, du hast dich in ihn verliebt? Du machst so ein glückliches Gesicht! ANNABELLA: Ja. ISABELLA: Mein Gott! Wie kannst du nur? Wie lange ist er schon hier. ANNABELLA: Zwei Tage. ISABELLA: Das mußt du mir erklären. Wie ist das möglich, daß du dich in zwei Tagen in einen wildfremden Mann, der dazu noch ein absoluter Schweinehund ist, verliebst. ANNABELLA: Es ist Liebe auf den ersten Blick. So was gibt's. Das passiert dir doch auch. ISABELLA: Ich will ihn trotzdem nicht sehen. Ich fahr ins Wohnhaus. Ich muß darüber erstmal schlafen. ISABELLA steigt wieder in ihr Auto und fährt weg. ANNABELLA schaut ihr nach.


45.
ANNABELLA kommt zurück auf die Terrasse und setzt sich neben JONATHAN. ANNABELLA: Deine Exfrau will dich nicht sehen. Sie ist gleich wieder weggefahren. Sie scheint dich noch immer zu hassen und verlangt von mir, dich wegzuschicken. JADE: Das darf sie nicht! Ich will endlich meinen Papa kennenlernen. (zu JONATHAN) Joe, ich muß dir ganz viel erzählen. Bitte versprich mir, daß du nicht wegfährst! JONATHAN: Okay. Deine Mutter war schon immer sehr impulsiv. Morgen früh sieht die Welt ganz anders aus. ANNABELLA: Ich muß auch mit dir reden. HANS: Ich wäre nicht unglücklich, wenn Joe wieder abreist. Er paßt nicht zu uns. Er bringt alles durcheinander. Ich schaue mir heute abend „Citizen Kane" an. (zu LEILA): Hast du Lust, ihn mit mir anzugucken? LEILA: Okay ich komme. Aber du mußt mir versprechen, daß du, solange der Film läuft, nichts -absolut nichts - sagst! HANS: Ich werde schweigen wie ein Grab. (zu JADE) Du kannst auch kommen, wenn du willst.


46.
In der Küche des Gästehauses. JONATHAN hilft ANNABELLA beim Abwaschen. Beide sagen nichts. Sie hören das Geräusch eines Wagens, der in der Einfahrt des Gästehauses anhält. ANNABELLA: Das ist nicht Isabella. Wahrscheinlich ein neuer Gast.


47.
Am Empfang. ANNABELLA gibt einem Mann, der wie ein Geschäftsreisender aussieht, den Schlüssel zu seinem Zimmer. ANNABELLA: Giorgio, schön, daß Sie wieder mal bei uns vorbeischauen. Sie wissen ja, Frühstück gibt es bei uns erst ab 8 Uhr.


48 .
ANNABELLA und JONATHAN spazieren im Dunkeln durch die gewaltige Felslandschaft. ANNABELLA hat eine Taschenlampe und beleuchtet den Weg. Über ihnen ist der Himmel voller Sterne. Am Fuß eines Felsens setzt sie sich. ANNABELLA: Komm setz dich zu mir. JONATHAN setzt sich neben sie. ANNABELLA: Würde es dir etwas ausmachen, mich zu umarmen? JONATHAN umarmt ANNABELLA. ANNABELLA: Eigentlich will ich überhaupt nichts wissen. ANNABELLA küßt JONATHAN. ANNABELLA: Ich weiß sowieso alles über dich. Da oben auf dem Mond habe ich alles verstanden. Das Leben und die Welt hier auf der Erde, die für uns plötzlich so weit weg war. Irgendein Philosoph, ich weiß nicht mehr, wie er heißt, hat gesagt: „Nur aus Distanz ist Erkenntnis möglich." Ich möchte mich jetzt auf deinen Schoß setzen und mit dir ficken. Ich hab unter meinem Kleid nichts an. ANNABELLA setzt sich auf JONATHAN's Schoß. Sie schlafen miteinander.


49.
HANS schaltet den Videorekorder und den Fernseher aus. LEILA: Ich muß jetzt sofort ins Bett. Ich bin todmüde. Der Film war schön. HANS: Weißt du eigentlich, daß ich dich liebe. Daß ich dich schon immer geliebt habe? Ich habe Angst um dich! LEILA. Wieso hast du Angst um mich? HANS: Ich weiß alles über dich. HANS holt aus einem Schrank ein Gewehr. HANS: Damit werde ich dich verteidigen. Es ist geladen. Es ist zwar nur eine Schrotflinte. Aber wenn dir einer was antun will, ist er ruckzuck mausetot. LEILA: Du trinkst viel zu viel Wein. Und du bist jetzt betrunken. LEILA gibt HANS einen Kuß auf die Backe und verläßt das Zimmer.


50.
Am nächsten Tag. Am Meer. ISABELLA schaut auf die Wellen. JONATHAN sitzt im Sand. Weit und breit keine Menschenseele. ISABELLA setzt sich neben JONATHAN in den Sand. JONATHAN: Du hast mich nie geliebt. Du wolltest mich immer anders haben, als ich bin. Ich war ein Star bei den „Contradictions", und du wolltest mich einfach haben. Dann hast du mich gekriegt, weil du mir auch gefallen hast. Du warst so verliebt in mich, so verrückt nach mir, daß ich gar nicht anders konnte, als dich auch zu lieben. Dann sind wir zusammengezogen und haben geheiratet. Dann kam Moon und ich war einen Moment richtig glücklich mit dir. Dann hast du angefangen, dich zu verändern. Du wolltest ALLES immer so haben, wie du es dir vorgestellt hast. Ich hab gar nicht mehr existiert in deinem Kopf. Warum heißt Moon jetzt Jade? ISABELLA steht auf, geht ein paar Schritte weg und dreht sich dann zu JONATHAN um. ISABELLA: Ich hab dich gehaßt, weil du mich ununterbrochen betrogen hast. Ich wollte jede Erinnerung an dich, an unsere Liebe, auslöschen! Kannst du das verstehen? Wieso um alles in der Welt hast du dich in meine beste Freundin verliebt? JONATHAN: Glaub mir, ich habe das nicht gewollt. Es ist passiert. ISABELLA: Du hast dich nicht ein bißchen geändert. Ich sehe schon, dieser Sommer wird sehr schwierig für uns alle. JONATHAN: Ich hasse dich nicht. Im Gegenteil. Laß uns bitte einfach so vernünftig wie möglich damit umgehen. Denk an Moon. Sie liebt mich und hat mich sofort als Vater akzeptiert. ISABELLA: Alle Frauen lieben dich. Das ist ja das Schlimme.


51.
GIORGIO spaziert durch die Felslandschaft. Er setzt sich auf einen Stein und zündet sich eine Zigarette an. JADE kommt vorbei. JADE: Ich suche meinen Papa. GIORGIO: Wer ist dein Papa? JADE: Jonathan Fischer. GIORGIO: Kenne ich nicht.


52.
ANNABELLA pflanzt weiter junge Olivenbäume. JADE kommt zu ihr. JADE: Annabella, weiß du, wo mein Papa ist? ANNABELLA: Der ist mit deiner Mutter ans Meer gefahren. Die beiden müssen endlich einmal miteinander reden. Sie haben sich seit 13 Jahren nicht mehr gesehen. Das ist doch ein gutes Zeichen!?


53.
Am späten Nachmittag. JOSEF ERDMANN (40) und ALEXANDRA ERDMANN (35), die jedes Jahr während der Osterferien im „Bella Sardegna" ein Familientreffen abhalten, kommen ins Gästehaus. JOSEF ERDMANN: Sind meine Geschwister schon da? ISABELLA: Sie sind die ersten. JOSEF: Wir kriegen doch hoffentlich die gleichen Zimmer wie immer? ISABELLA: Das ist doch ganz selbstverständlich, Herr Erdmann. Hier sind Ihre Schlüssel. Ich muß Ihnen ja nichts erklären.


54.
ANNABELLA pfanzt noch immer Olivenbäume. JONATHAN kommt zu ihr. ANNABELLA: Ist alles okay? JONATHAN nickt. JONATHAN: Wer Bäume pflanzt, muß an die Zukunft denken. Weil Bäume wachsen. Sie werden immer größer. ANNABELLA lächelt JONATHAN an: Könntest du mir einen Kuß geben? JONATHAN küßt ANNABELLA. ANNABELLA: Ich denke immer an die Zukunft. Aber wenn es mir gut geht - so wie jetzt - vergesse ich alles. JADE kommt: Papa! Ich hab dich überall gesucht. JADE umarmt JONATHAN. JADE (zu ANNABELLA) Jetzt gehört mein Papa mir. Komm, ich muß dir unbedingt was zeigen!


55.
JADE führt JONATHAN zu einer Felshöhle, in die mit Ziegelsteinen eine Wand gemauert worden ist. JADE: Guck, das haben Michael und ich gebaut. Hier haben wir uns zum erstenmal geküßt. Wir wollen, wenn wir älter sind, einmal heiraten.


56.
Am Abend. GIORGIO baut in seinem Zimmer ein Gewehr mit Zielfernrohr und Schalldämpfer zusammen. Es klopft an der Tür. GIORGIO versteckt schnell das Gewehr im Schrank. GIORGIO: Ja bitte. HANS kommt herein. HANS: Giorgio, wieso kommen Sie hierher? Sie sind jetzt schon zum dritten Mal hier. Wenn Sie da sind, habe ich immer ein ganz komisches Gefühl im Bauch. GIORGIO: Dann sollten Sie vielleicht einen Arzt aufsuchen. HANS: Versuch nicht witzig zu sein. Und - laß deine Finger von Leila! Gute Nacht. HANS verläßt das Zimmer.


57.
In der Küche des Gästehauses. ANNABELLA und ISABELLA kochen für ihre Gäste. ISABELLA: Du kannst ihn haben. Werd mit ihm glücklich! ANNABELLA: Ich bin schon glücklich. ISABELLA: Aber ich warne dich. Er ist der größte Egozentriker, den ich je kennengelernt habe. ISABELLA schneidet ein großes Stück Fleisch in Portionen. ISABELLA: Ist er wenigstens gut im Bett? ANNABELLA: Ich liebe seinen Schwanz. Er ist so lang und einfach wunderbar. ISABELLA: Am liebsten würde ich ihm ihn mit diesem Messer abschneiden! ANNABELLA (lachend): Dann bringe ich dich um! ISABELLA: Vielleicht hat er ja inzwischen so eine Medizin zur Penisverlängerung genommen. Vor 13 Jahren war er eher etwas klein. ANNABELLA: Ich bin zufrieden. ISABELLA: Meinen Segen hast du.


58.
Es ist Nacht. ANNABELLA und JONATHAN sitzen auf dem Bootsteg. ANNABELLA liest JONATHAN ihr Lieblingsgedicht von Hölderlin vor. JONATHAN beleuchtet das Buch mit einer Taschenlampe. Als ANNABELLA fertig ist, sagt JONATHAN: Das ist schön. ANNABELLA: Ich wußte, daß du es auch magst. ANNABELLA küßt JONATHAN. ANNABELLA: Ich war früher im gleichen Internat wie Michael und Jade. Mein Schuldirektor, der war auch mein Deutschlehrer, hat uns erzählt, daß er immer mit seiner Freundin spazieren gegangen ist und ihr Hölderlingedichte vorgelesen hat. „Hölderlin-Lesen" wurde bei uns damals zum Synonym für mit Jungs Liebes-Spaziergänge zu machen. JONATHAN: Ich will immer mit dir Hölderlin-Lesen! ANNABELLA: Ich habe gesagt - Spaziergänge!


59.
ANNABELLA und JONATHAN gehen zurück zum Wohnhaus. ANNABELLA beleuchtet die Landschaft. ANNABELLA: Hier wollte ich immer einen Teich anlegen. Einen Teich, in dem man auch schwimmen kann. Ich liebe Wasser. Am liebsten hätte ich ein Haus am Meer. Aber das war immer zu teuer. JONATHAN: Ich hab' ein Haus am Meer. Du könntest mit mir kommen nach Florida. ANNABELLA: Du bist verrückt. Ich kann doch hier nicht einfach alles stehen und liegen lassen. JONATHAN: Ich könnte dir hier einen Teich bauen. Ich hab schon einige Teiche gebaut. Ich würde das auch bezahlen. Ich bin schließlich kein armer Mann. Ich könnte morgen damit anfangen. ANNABELLA: Du bist noch verrückter, als ich dachte. JONATHAN: Jeder, der liebt, ist verrückt. ANNABELLA lächelt JONATHAN verliebt an. ANNABELLA: Da hast du auch wieder recht.


60.
In ANNABELLA's Zimmer. ANNABELLA und JONATHAN liegen im Bett und schlafen. JONATHAN schnarcht. ANNABELLA wacht auf. ANNABELLA weckt JONATHAN auf. ANNABELLA: Du schläfst so laut. Kannst du bitte in dein Zimmer im Gästehaus gehen. Ich hab morgen unendlich viel zu tun und muß ausgeschlafen sein. JONATHAN steht auf und zieht sich an. JONATHAN: Kann ich deine Taschenlampe haben?


61.
JONATHAN geht hinunter zum Gästehaus. Unterwegs begegnet er MICHAEL, der einen dicken langen Stock in der Hand hält . JONATHAN: Was machst du hier um diese Zeit? Du solltest schon längst im Bett liegen. MICHAEL: Ich bewache das Haus. In einer Stunde löst mich Leila ab. JONATHAN: Wir sind hier doch nicht im Wilden Westen. Ihr habt bei Hans zu viele Filme gesehn. Ihr seid hier alle verrückt. Also tut, was ihr nicht lassen könnt. Gute Nacht, Michael. Schlaf gut. MICHAEL: Gute Nacht Joe. JONATHAN will weitergehen. MICHAEL hält ihn zurück: Sag mal, wirst du mein neuer Papa? Ich meine, hat sich meine Mutter in dich verliebt? JONATHAN: Da mußt du sie selbst fragen. Okay? MICHAEL: Mach ich. Mir gefällst du auch. JONATHAN geht. MICHAEL leuchtet mit seiner Taschenlampe die Umgebung ab.


62.
JONATHAN zieht sich wieder aus und legt sich ins Bett. JONATHAN (zu sich selbst): Ich wußte gar nicht, daß ich schnarche. Dann schläft er ein. Und schnarcht.


63.
LEILA, die sich mit einer warmen Decke eingehüllt hat, kommt zu MICHAEL. LEILA: Alles OK? MICHAEL: Alles OK. Ich bin todmüde. Du bist fünfzig Minuten zu spät. LEILA: Tut mir leid. Der Wecker hat geklingelt und dann bin ich wieder eingeschlafen. LEILA küßt MICHAEL auf die Backe. LEILA: Schlaf gut, Michael! MICHAEL geht ins Wohnhaus, stolpert über einen Ast, fällt hin, steht auf und geht weiter.


64.
Es ist Morgen. ANNABELLA liegt quer über ihrem großen Bett. Der Wecker klingelt. Sie drückt auf die Ausschalt-Taste und dann erinnert sie sich an JONATHAN, stopft sich das zweite Deckbett zwischen die Beine und träumt noch ein bißchen.


65.
ANNABELLA schreibt die Wetterdaten in ihr Notizbuch. JONATHAN joggt wie vorher um das Gästehaus. ANNABELLA: Guten Morgen, Joe!


66.
Vor dem Wohnhaus auf einer runden Steinbank sitzt JADE. Sie sieht unglücklich aus. ANNABELLA: Warum liegst du nicht im Bett und schläfst? Du hast doch Ferien. JADE: Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich glaube Michael hat sich in Leila verliebt. Er kümmert sich überhaupt nicht mehr um mich. Ich bin für ihn Luft. ANNABELLA setzt sich neben sie und umarmt sie. ANNABELLA: Michael ist doch viel zu jung für Leila. JADE: Mama! ANNABELLA: Ja? JADE: Könntest du mir beibringen, wie man richtig gut küßt?


Zwischentitel: DAS VERLORENE PARADIES


67.
ANNABELLA, ISABELLA, ERDMANN stehen auf dem Gelände in der Nähe des Wohnhauses. JONATHAN schreitet die von ihm vorgestellte Form des Teiches ab. JADE weicht keinen Schritt von JONATHANS Seite. JONATHAN kehrt zu den anderen zurück. JONATHAN: Das Schönste an einem Teich ist nicht der Teich, sondern das, was sich in ihm spiegelt. Die Sonne, der Mond und hier die Felsen. Daran denken die meisten nicht, wenn sie einen Teich anlegen. Wem gehört eigentlich das Grundstück? ANNABELLA: Mir. Aber Isabella hat auch ein Wörtchen mitzureden. ISABELLA: Ich bin sprachlos. JADE: Kann man dann auch darin baden? ANNABELLA: Klar. JADE: Dann gehe ich jeden morgen schwimmen. Der See unten ist mir zu schmutzig. Wie lange dauert es, bis er fertig ist? JONATHAN: Eine Woche, zwei Wochen. Das hängt von Herrn Erdmann ab. Er hat eine Baufirma hier in Olbia und wird den Teich machen. Bei der Gelegenheit lasse ich dann auch gleich das runde Haus da oben wieder aufbauen. Wenn hier schon mal Bauarbeiter sind, kann das gleich mitgemacht werden. Herr Erdmann machen Sie mir möglichst heute noch einen Kostenvoranschlag. Nur so ungefähr. Auf ein oder zweitausend Euro kommt es mir nicht an. ERDMANN: Den haben Sie heute abend. ISABELLA: Ich kapituliere. Und wer bezahlt das alles? Von mir kriegst du kein Geld. JONATHAN: Ich! Wer sonst? Ich brauche jetzt ein Auto, ein Telefon und ein Bankkonto. Wer bringt mich nach Olbia? ANNABELLA: Ich könnte dich hinfahren, ich muß dann aber gleich wieder zurück. JADE: Ich will auch dabei sein.


68.
ANNABELLA, JADE und JONATHAN fahren nach Olbia. ANNABELLA fährt, JONATHAN sitzt neben ihr. JADE sitzt hinten. JADE schlingt ihre Arme von hinten um JONATHAN. JADE: Papa, du bist der tollste Papa auf der ganzen Welt. Endlich passiert hier mal was!


69.
ANNABELLA hält vor einem Mietwagenbüro. ANNABELLA: Viel Glück! Glaubst du, du kommst zurecht ohne ein Wort Italienisch zu können? JONATHAN: Ich kann immerhin Buon Giorno, Ciao und grazie sagen. Das reicht. ANNABELLA küßt JONATHAN. JONATHAN und ISABELLA steigen aus und gehen in das Mietwagenbüro. ANNABELLA fährt weiter.


70.
MICHAEL und LEILA sitzen auf dem Bootssteg und angeln. Wieder hat bei LEILA ein Fisch angebissen. LEILA: Ich hab schon wieder einen. MICHAEL: Das ist Anfängerglück. Bild dir nichts darauf ein! Diesmal weiß LEILA, was sie zu tun hat. Sie rollt die Schnur langsam ein und achtet auf den leichten Widerstand, den der Fisch macht. MICHAEL schaut ihr zu, bereit, ihr sofort zu helfen. Plötzlich kippt LEILA um und fällt in den See. MICHAEL: Was ist los? Kannst du nicht aufpassen! So groß kann der Fisch doch gar nicht gewesen sein. Hallo! Hörst du mich nicht? MICHAEL sieht, daß sich das Wasser neben LEILA plötzlich rot färbt. Er springt ins Wasser und zieht LEILA an Land. LEILA blutet. MICHAEL rüttelt sie. MICHAEL: Wach auf! Was ist passiert? LEILA öffnet die Augen. LEILA: Jemand hat auf mich geschossen. Ich habe es immer gewußt. MICHAEL: Tut es sehr weh? LEILA: Nein. MICHAEL: Beweg dich nicht. Ich hole Hilfe. MICHAEL rennt den Berg hoch.


71.
Im Gästehaus machen ANNABELLA und ISABELLA gerade die Zimmer ihrer Gäste. ISABELLA ist im Zimmer der ERDMANN's. ISABELLA: Annabella, schau mal. ANNABELLA kommt herein. ISABELLA: Herr Erdmann hat heute Nacht mal wieder mit Frau Erdmann geschlafen. Jetzt weiß ich, warum sie heute morgen so schön ausgesehen hat. Sex macht schön! Plötzlich hören sie MICHAEL draußen schreien. MICHAEL (off): Mama! Jemand hat Leila erschossen! Aber sie lebt noch. Du mußt sofort einen Arzt holen!


72.
In einer Bank. JONATHAN und JADE sitzen im Büro von GABRIELLA, der Bankchefin. JONATHAN: Es gefällt mir hier. Ich bin begeistert von Ihrer unbürokratischen Art. GABRIELLA: Wenn unsere Kunden uns gefallen, sind wir immer unbürokratisch. GABRIELLA lächelt JONATHAN an, als wolle sie sofort mit ihm ins Bett gehen. JONATHAN lächelt genauso zurück. JADE (die ihren Vater genau beobachtet): Papa! JONATHAN: Ich habe nur noch ein ganz winziges Problem, Gabriella. Ich brauche da oben ein Telefon, am besten wäre morgen. Ich weiß, daß das so gut wie unmöglich ist!? GABRIELLA: Sie haben morgen ein Telefon. Es ist immer alles möglich. JONATHAN steht auf: Auf Wiedersehen und vielen Dank. Er küßt GABRIELLAS Hand. JONATHAN: Sie sind eine wunderbare Frau. GABRIELLA: Ciaou, Bello!

73.
ISABELLA telefoniert mit der Polizei. Sie spricht italienisch und versucht, den genauen Weg zu beschreiben. Das dauert alles viel zu lange. Habt ihr keinen Hubschrauber. MICHAEL steht neben ihr. MICHAEL: Sag ihnen, daß wir ein Feuer machen. Den Rauch können sie schon von ganz weit sehen. Vielleicht schafft es der Pilot direkt neben Leila zu landen. ISABELLA erklärt das den Beamten. ISABELLA: Sie sagen, das ist eine ausgezeichnete Idee. Du bist einfach toll.


74.
ANNABELLA rennt zum See. HANS sieht sie. HANS: Was ist passiert? ANNABELLA: Ich hab jetzt keine Zeit.


75.
MICHAEL und ISABELLA stürzen aus dem Haus und begegnen auch HANS. MICHAEL: Jemand hat auf Leila geschossen. Komm mit und hilf uns ein Feuer zu machen. Damit der Hubschrauber uns sofort findet. Wir brauchen so viel Holz wie möglich.


76.
JADE und JONATHAN sitzen in JONATHAN’s Mietwagen. Sie fahren durch Olbia. JADE: Papa, ich habe Hunger! JONATHAN: Dann müssen wir sofort etwas essen. Kennst du ein gutes Restaurant? JADE: Mir ist alles recht, Papa. JONATHAN: Aber wir müssen deiner Mutter bescheid sagen, damit sie sich keine Sorgen macht.


77.
Am See. ANNABELLA kümmert sich um LEILA. Sie atmet nur noch ganz schwach. Sie zieht ihre Wolljacke aus und legt sie LEILA unter den Nacken. MICHAEL und ISABELLA sammeln fieberhaft abgestorbene Äste und werfen es auf einen Haufen. ISABELLA: Wir haben kein Papier, um es anzuzünden. MICHAEL: Macht nichts, trockenes Gras funktioniert auch. HANS kommt herbeigerannt. Er sieht LEILA und kniet sich neben ihr auf den Boden. HANS: Bist du tot? LEILA ist zu schwach, um zu antworten. HANS beginnt hemmungslos zu weinen. MICHAEL: Hans hör auf zu heulen! Wir brauchen mehr Holz!


78.
In einem Restaurant. JONATHAN kommt vom Telefon zurück. JONATHAN (zu JADE): Niemand hat abgenommen. JADE: Ist doch egal. Wenn ich nicht gleich etwas zu essen kriege, sterbe ich vor Hunger. JONATHAN setzt sich an den Tisch und sagt lachend: So schnell sterben junge Mädchen nicht. JADE: Naja, wahrscheinlich hast du recht. Ich hab das auch nur gesagt, um dir zu beschreiben, wie groß mein Hunger ist. Ich übertreibe gern. Deshalb will ich auch mal Schriftstellerin werden. Da muß man immer übertreiben. Verstehst du das, Papa? JONATHAN: Naja, ich bin mir nicht so ganz sicher, ob du da recht hast. Ich denke, Romane schreiben ist schon etwas komplizierter. Der KELLNER kommt mit zwei dampfenden Spaghettitellern. JADE: Du hast mir das Leben gerettet, Papa! Ich werde dir immer und ewig dankbar sein.


79.
Am See. Ein ziemlich großes Feuer brennt. MICHAEL wirft frische Zweige und Gras in die Flammen, so daß es eine starke Rauchwolke gibt. HANS hat sich inzwischen zusammengerissen und sammelt mit ISABELLA dickes Holz, das am Ufer des Sees angetrieben worden ist. In der Ferne das Geräusch eines sich nähernden Hubschraubers. MICHAEL entdeckt ihn als erster. MICHAEL: Das wurde aber auch Zeit. ANNABELLA: Ich weiß nicht, ob er hier landen kann. Wir müssen auf jeden Fall alle weg. Michael! Du auch. So ein Rettungshubschrauber ist verdammt gefährlich. Alle rennen so schnell sie können weg. ANNABELLA: Legt euch alle flach auf den Boden! Der Hubschrauber landet. Er setzt auf einer ebenen Fläche in der Nähe des Feuers auf. Auf dem Wasser gibt es plötzlich hohe Wellen und die Bäume in der Nähe biegen sich im Wind. Ein ARZT und zwei SANITÄTER rennen mit einer Tragbahre zu LEILA. Der ARZT untersucht LEILA und sagt (auf italienisch): Sie muß sofort ins Krankenhaus. Wir dürfen keine Sekunde warten. Die SANITÄTER legen LEILA vorsichtig auf eine Tragbahre und tragen sie in den Hubschrauber. Der Pilot startet den Hubschrauber und fliegt weg.


80.
ANNABELLA, ISABELLA und HANS gehen zurück zum Gästehaus. Es ist ganz still. Nur ein paar Vögel zwitschern. Sie gehen langsam wie ein Trauerzug. HANS fängt plötzlich wieder an laut zu weinen. ANNABELLA umarmt ihn. ANNABELLA: Beruhigen Sie sich, Hans. Noch ist sie nicht tot.


81.
Ein Polizeiwagen kommt mit Blaulicht und Sirene. ISABELLA erklärt dem KOMMISSAR und seinem KOLLEGEN, was passiert ist. Etwas später kommt noch ein Mannschaftswagen mit zehn Polizisten. Der KOMMISSAR gibt den Polizisten das Kommando, das gesamte Gelände zu durchsuchen.


82.
Am See. MICHAEL ist noch immer dabei, das Feuer zu löschen. ISABELLA zeigt dem KOMISSAR die Stelle, wo es passiert ist. MICHAEL erklärt dem KOMMISSAR, daß er kein Schußgeräusch gehört hat und daß LEILA, die gerade einen Fisch an der Angel hatte, einfach lautlos nach vorn ins Wasser gekippt ist und daß er sie dann herausgezogen hat. ISABELLA übersetzt.


83.
JONATHAN und JADE kommen an und sehen das Polizeiaufgebot. Überall in der Umgebung streifen Polizisten durch das Gelände. Vor dem Haus sitzt HANS mit versteinertem Gesicht. JADE: Immer, wenn ich nicht da bin, passiert was Aufregendes. Hans, kannst du mir sagen, warum die Polizisten hier sind. HANS antwortet nicht, sondern geht ins Gästehaus. ANNABELLA kommt heraus. ANNABELLA fällt JONATHAN um den Hals. ANNABELLA: Joe, etwas ganz schreckliches ist geschehen. Ein Unbekannter hat auf Leila geschossen. JONATHAN: Ist sie tot? ANNABELLA: Wir wissen noch gar nichts. Sie ist im Krankenhaus.


84.
HANS holt aus dem Schrank in seinem Zimmer die Schrotflinte.


85.
Ohne anzuklopfen stürzt HANS in GIORGIOS Zimmer. Aber das Zimmer ist leer. HANS öffnet den Schrank. Auch der ist leer. Dann läßt er sich auf das frisch gemachte Bett fallen und beginnt erneut laut zu weinen.


86.
ISABELLA, der KOMMISSAR und MICHAEL kommen zurück ins Gästehaus. ANNABELLA, JONATHAN und JADE stehen noch immer vor dem Haus. ANNABELLA schaut traurig auf die in der Gegend herumstreifenden Polzisten. ANNABELLA fragt MICHAEL: Hast du das Feuer ausgemacht? MICHAEL: Klar. ANNABELLA (zu JONATHAN) Ein Waldbrand wäre das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können. ANNABELLA versucht dabei zu lächeln. ANNABELLA: Wir haben das hier schon zweimal erlebt. Das Telefon des KOMMISSARS klingelt. Der KOMMISSAR nimmt das Gespräch an. KOMMISSAR: Ihr Gast ist bereits auf dem Transport zum Krankenhaus gestorben. MICHAEL(zu ISABELLA): Ist Leila tot? ISABELLA: Ja. In diesem Augenblick fällt im Haus ein Schuß. Der KOMMISSAR zieht seine Dienstwaffe und stürzt ins Haus. MICHAEL rennt blitzschnell ums Haus.


87.
Der KOMMISSAR öffnet mit vorgehaltener Pistole eine Zimmertür nach der anderen. FRAU ERDMANN kommt aus ihrem Zimmer. FRAU ERDMANN: Herr Polizist, der Schuß kam aus dem Zimmer nebenan. Es war doch ein Schuß? Der Mann, der da wohnt, heißt Giorgio. Hoffentlich ist ihm nichts schlimmes passiert. Der KOMMISSAR öffnet ganz vorsichtig die Türe, geht langsam hinein und kommt nach kurzer Zeit kreidebleich wieder heraus. KOMMISSAR: Oh Gott! Sowas hab ich noch nie gesehen. ISABELLA kommt dazu. KOMMISSAR: Niemand darf dieses Zimmer betreten! Der Mörder hat sich selbst gerichtet. MICHAEL kommt angerannt. MICHAEL: Isabella! Hans hat sich in Giorgios Zimmer erschossen. Ich hab durchs Fenster geguckt, nachdem der Schuß gefallen ist. Da ist alles voller Blut und sein Gehirn ist überall an die Wand gespritzt. Sieht ziemlich scheußlich aus. ISABELLA erklärt dem KOMISSAR, daß MICHAEL durchs Fenster geguckt und alles gesehen hat.


88.
Am nächsten Morgen. JONATHAN und ANNABELLA liegen engumschlungen im Bett und schlafen. Das Geräusch ankommender Fahrzeuge weckt beide auf. ANNABELLA öffnet die Augen: Guten Morgen Joe. Uns kann das alles nichts anhaben? Versprichst du mir das? JONATHAN: Ich schlafe nicht nur wie ein Bär und schnarche dabei. Ich bin auch so stark wie ein Bär! JONATHAN küßt ANNABELLA zärtlich. ANNABELLA: Du machst mir wieder Mut, mein Geliebter. Ich war gestern ganz verzagt. JONATHAN: Liebe ist stärker als alles andere auf der Welt.

89.
Zwei LKW's und ein Bagger fahren auf das Gelände. ERDMANN kommt aus dem Gästehaus und weist die Fahrzeuge ein.


90.
ANNABELLA und JONATHAN gehen Hand in Hand zur Wetterstation und ANNABELLA schreibt die Daten in ihr Notizbuch. JONATHAN: Warum machst du das? ANNABELLA: Gewohnheit. Ich hatte einen Lehrstuhl für Metereologie an der TU in Berlin. Eigentlich müßtest Du Frau Professor zu mir sagen. JONATHAN: Wenn du möchtest, tue ich das gerne, Frau Professor. JONATHAN küßt ANNABELLA. Vor dem Gästehaus halten zwei Mannschaftswagen der Polizei. Zwanzig Polizisten schwärmen aus, um das Gelände zu durchsuchen. Ein weiterer LKW kommt angefahren und hält vor dem Wohnhaus. ANNABELLA: Wer ist das schon wieder? Ich werde noch verrückt. JONATHAN: Das ist eine Firma, die für mich ein großes Zelt aufbaut. Das wird mein Hauptquartier.


91.
Der Bagger hat bereits angefangen, das Loch für den künftigen Teich auszubaggern. ERDMANN beaufsichtigt die Arbeit. Zwei andere ARBEITER schließen eine Betonmischmaschine an. Ein weiteres Auto fährt auf das Gelände. Es sind die Leute von der italienischen Telefongesellschaft. JONATHAN, der den Zeltbauleuten gerade gesagt hat, wo sie das Zelt aufbauen sollen, geht zu den beiden MONTEUREN der Telefongesellschaft. JADE ist wieder bei ihm und verfolgt aufmerksam, was passiert. JONATHAN (zum MONTEUR): Sprechen Sie deutsch or do you speak English? MONTEUR: Sie können mit mir deutsch sprechen. Ich habe vor einem Jahr eine deutsche Frau geheiratet. Sie ist die schönste Frau der Welt. JONATHAN: Gratuliere! Ich brauche zwei ISDN-Leitungen hier in das Zelt, das jetzt gleich aufgebaut wird. Ich habe vor, mein Headquarter vom Amerika hierher zu verlegen. Ist das möglich. MONTEUR: Kein Problem. Wir haben vor einem Jahr ein neues Kabel verlegt. Heute abend können Sie mit Amerika telefonieren, so lange sie wollen. JADE (zu JONATHAN): Papa! Machst du das wirklich? JONATHAN: Ich plane immer weit voraus in die Zukunft - das ist mein Lebensprinzip. JADE: Ich auch. Das hab ich von dir geerbt.


92.
Im Frühstücksraum des Gästehauses. ANNABELLA schenkt Herrn und Frau ERDMANN den Kaffee ein. ERDMANN: Danke. Heute werden auch meine Geschwister hier eintreffen. ANNABELLA: Ich würde es Ihnen nicht verübeln, wenn Sie Ihr Familienfest an einen anderen Ort verlegen. ERDAMANN: Frau Silberstein, wir bleiben. Erstens ist es so Tradition. Zweitens habe ich hier was zu tun und verdiene sogar noch Geld, und Drittens weiß ich, das Leben geht weiter. Ohne den Tod, gäbe es kein Leben. ANNABELLA (lächelt zaghaft): Sie sind ja ein richtiger Philosoph. ERDMANN: Ich stehe mit beiden Beinen auf der Erde. Sonst hätte ich es nicht so weit gebracht. Als mein Vater gestorben ist, habe ich die Firma übernommen und sie ein bißchen ausgebaut. Trotzdem bin ich nur ein einfacher Maurer.


93.
ANNABELLA holt die blutige Bettwäsche von Giorgios Zimmer aus einem Plastikkorb und wirft sie in die Waschmaschine.


94.
Auf der Terrasse. Der KOMMISSAR sitzt mit ANNABELLA und ISABELLA an einem Tisch. Vor ihnen auf dem Tisch Espressotassen. ISABELLA Übersetzt alles was ANNABELLA und der KOMMISSAR sagen. In der Ferne das Geräusch des Baggers und der Betonmischmaschine. ANNABELLA: Hans, der Mann, der sich selbst erschossen hat, kann nicht der Mörder von Leila sein. Er war in sie verliebt. Leider hat sie ihn nicht geliebt. KOMMISSAR: Vielleicht hat er sie deshalb erschossen. Aus Eifersucht. Und dann sich selbst. Wir haben außerdem herausbekommen, daß ihr Gast Leila eine gesuchte Terroristin ist. ANNABELLA: Wir haben in Leilas Zimmer ein Testament gefunden. Sie ist keine Terroristin, sondern eine arabische Prinzessin. Sie hat nach dem Tod ihrer Mutter ein beträchtliches Vermögen geerbt. Sie besitzt ein Nummernkonto in der Schweiz und hat ihr gesamtes Vermögen meinem Sohn Michael vermacht. KOMMISSAR: Geben Sie mir das Testament! ANNABELLA: Dazu haben Sie kein Recht. KOMMISSAR: In einem Mordfall habe ich jedes Recht. ANNABELLA: In ihrem Testament sind genaue Angaben, wie man über das Geld, das auf dem Konto ist, verfügen kann. Wenn ich Ihnen das Testament gebe, könnte jeder der es liest, nach Zürich fahren und das Geld abheben. KOMMISSAR: Ich schwöre Ihnen, bei allem was mir heilig ist, das Testament wird nicht in falsche Hände gelangen. ANNABELLA: Wir sind hier nicht in der Schweiz, sondern in Italien. KOMMISSAR: Wir sind in Sardinien!


95.
ANNABELLA hängt die frischgewaschene Bettwäsche auf einer Wäscheleine hinter dem Gästehaus auf. Es ist kein Blut mehr darauf zu sehen. MICHAEL kommt dazu. MICHAEL: Mama. Darf ich trotzdem wieder angeln? Der Mann, der Leila erschossen hat, ist bestimmt über alle Berge. Außerdem wimmelt es hier von Polizisten. Hoffentlich vertreiben die mir nicht die Fische.

96.
Das große, weiße Zelt ist aufgebaut. Es sieht aus wie ein Beduinenzelt in der Wüste. JONATHAN hat einen Tisch und drei Stühle aus dem Gästehaus aufgebaut. Auf dem Tisch steht das neue Telefon. Vor ihm sitzt JADE. JADE: Papa, darf ich dein neues Telefon einweihen? Ich könnte mit meiner Freundin in Stuttgart telefonieren. JONATHAN reicht ihr das Telefon. JADE wählt die Nummer ihrer Freundin. JADE: Hallo Sabina! - Hier ist ganz viel passiert. - Ich kann jetzt nicht so lange telefoneren. Wenn ich aus den Ferien zurück bin, werde ich dir alles ganz klitzeklein erzählen. - Aber das allerwichtigste muß ich dir gleich sagen. Ich habe jetzt einen Papa! Ich telefoniere von seinem Telefon. - Tschau Sabina!


97.
GABRIELLA, die Bankchefin, kommt mit ihrem Wagen. Sie hält auf dem Gelände in der Nähe des Wohnhauses und steigt aus. GABRIELLA (ruft laut): Hallo Joe! JONATHAN und JADE kommen aus dem Zelt und gehen zu GABRIELLA. JONATHAN: Guten Tag, Gabriella. Meine Tochter kennen Sie ja schon. GABRIELLA: Guten Tag, Jade. (zu JONATHAN) Ich wollte eigentlich nur mal vorbeischauen, ob mit der Telefongesellschaft alles geklappt hat. JADE: Es funktioniert perfekt. Ich hab's gerade ausprobiert.


98.
JONATHAN und JADE gehen mit GABRIELLA zum Bagger, der schon ein ziemlich tiefes Loch in den Boden gebaggert hat. JONATHAN (zu GABRIELLA): Ich baue hier einen großen Teich. GABRIELLA: Haben Sie das Grundstück hier gekauft? JONATHAN: Nein, es gehört meiner künftigen Frau, Annabella. JADE (flüstert JONATHAN ins Ohr): Papa, du hast mir gar nicht gesagt, daß du Annabella heiraten willst. JONATHAN: Sie weiß es auch noch nicht. Der Teich ist mein Hochzeitsgeschenk. Du darfst ihr nichts verraten. (zu GABRIELLA) Kommen Sie, ich werde sie Ihnen vorstellen.


99.
JONATHAN, JADE und GABRIELLA gehen ins Gästehaus. ANNABELLA übergibt gerade die Zimmerschlüssel an ERDMANNS Geschwister: GESINE (30), SIGBERT (55) und GÜNTER (45). ANNABELLA: Es sind die gleichen Zimmer wie letztes Jahr. Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Aufenthalt. Die drei gehen mit ihrem Gepäck in ihre Zimmer. JONATHAN: Frau Professor, darf ich dir meine Bankdirektorin vorstellen. ANNABELLA mustert GABRIELLA ziemlich kritisch, bevor sie ihr die Hand gibt. ANNABELLA: Ich bin Annabella Silberstein. GABRIELLA: Guten Tag, sagen Sie einfach Gabriella zu mir. Die Freunde Ihres Mannes sind auch meine Freunde. ANNABELLA: Jonathan ist nicht mein Mann. GABRIELLA bemerkt entsetzt ihren Fauxpas. GABRIELLA: Pardon, sie beide wirken auf mich wie ein Ehepaar. Sie passen so gut zueinander. ANNABELLA: Ich hätte da noch ein Problem, Gabriella. GABRIELLA: Für die Lösung von Problemen sind Banken da. ANNABELLA: Mein Sohn Michael hat von einem leider verstorbenen Gast eine größere Summe geerbt. Das Geld ist auf einem Nummernkonto einer Schweizer Bank. Könnten Sie für ihn ein Konto eröffnen und das Geld holen. GABRIELLA: Ein Konto kann ich schon eröffnen, aber an das Geld komme ich nicht ran. Da müssen schon Sie selbst hinfliegen. ANNABELLA: Ich kann hier jetzt nicht weg. JONATHAN: Ich könnte das für dich erledigen. Ich weiß, wie man mit Schweizer Bankdirektoren reden muß. ANNABELLA: Hast du dort auch ein Konto? JONATHAN: Pscht! GABRIELLA: Ich habe nichts gehört.


100.
Auf der Terrasse. Es ist Abend. Die ERDMANNS feiern ihr Familienfest. GÜNTER, der jüngste Bruder von Herrn ERDMANN erzählt MICHAEL, der begeistert zuhört, wie er einmal einen riesigen Haifisch gefangen hat. GÜNTER: Mein Schiff war auf dem Weg von Australien nach Tahiti. Da gerieten wir in den stärksten Sturm, den ich je erlebt habe. Alle Passagiere wurden seekrank. MICHAEL: Du auch? GÜNTER: Ein Kapitän darf niemals seekrank werden. Als der Sturm vorbei war, hingen alle an der Reling und haben sich übergeben. Ihre Gesichter waren gelbgrün. Und dann hing plötzlich der größte Haifisch, den ich je gesehen habe, an unserer Leine. Ich mußte ihn mit zehn Matrosen an Bord holen. MICHAEL: Ist doch kein Wunder. Mit der Kotze habt ihr die Fische angefüttert. Das tue ich auch immer, wenn ich angeln gehe. Herr und Frau ERDMANN wagen miteinander einen Tanz. Herr ERDMANN flüstert seiner Frau ins Ohr: Ich liebe dich noch immer wie am ersten Tag. Frau ERDMANN flüstert zurück: Ich dich auch. Sie küssen sich und sind glücklich.


101.
MICHAEL, mit seiner Taschenlampe, und JADE stehen in der ausgebaggerten Teichgrube. MICHAEL: Hoffentlich werden die fertig, bevor die Osterferien zuende sind. Ich muß unbedingt sofort Fische einsetzen. JADE (die damit nicht viel anfangen kann, nach einer Weile): Ich muß dir was erzählen. Aber es ist ein Geheimnis. Du mußt schwören, daß du es niemand weitersagst. MICHAEL: Okay, wenn du das unbedingt willst, ich schwöre. JADE (flüstert MICHAEL ins Ohr): Mein Papa will deine Mutter heiraten. MICHAEL: Wow! Mama war schon immer verrückt! JADE: Aber deine Mutter weiß es noch nicht. MICHAEL: Ich finde Liebesgeschichten von Leuten, die über vierzig sind, absolut peinlich. Die sind doch schon halbtot. JADE: Hättest du was dagegen, wenn wir auch heiraten? Wir sind jung! MICHAEL: Wieso? Du bist ja gerade mal vierzehn. JADE: Ich meine, wenn ich achtzehn bin?


102.
Am nächsten Morgen. ANNABELLA kommt von ihrer Wetterstation und geht zur Teichgrube. Sie hockt sich an die tiefste Stelle hin, breitet ihr Kleid aus und pinkelt. JONATHAN kommt auf seinem Joggingweg vorbei und entdeckt sie. JONATHAN: Guten Morgen Annabella, was machst du denn da? JONATHAN kommt zu ihr in die Teichgrube und küßt ANNABELLA. ANNABELLA: Ich bin wie ein Hund. Ich muß überall meine Pißmarken machen. Als ich das Grundstück gekauft habe, habe ich das auch gemacht. Überall! JONATHAN: Du überraschst mich immer wieder.


103.
ANNABELLA fährt mit JONATHAN zu Flughafen. ANNABELLA: Glaubst du, daß hier alles nochmal so wird wie früher. Ich wünsche mir das so sehr. JONATHAN: Ich schwöre, es wird so wie früher. Nein nicht ganz. Es wird noch schöner. ANNABELLA: Vielleicht bist du der Prinz, von dem ich schon als kleines Mädchen immer geträumt habe. JONATHAN: Und du bist meine Prinzessin. ANNABELLA: Nein. Leila war eine arabische Prinzessin. Hab ich dir das schon erzählt? JONATHAN: Nein.


104.
ANNABELLA hält vor dem Flughafengebäude. Beide steigen aus. JONATHAN: Es war keine gute Idee, mich hierherzufahren. Jetzt habe ich kein Auto, wenn ich zurückkomme. ANNABELLA: Aber ich wollte mit dir herfahren. Vielleicht stürzt dein Flugzeug ab oder wird von Terroristen entführt. Der Tod ist im Moment für mich so nahe. JONATHAN: Ich habe nicht die Absicht zu sterben. JONATHAN küßt ANNABELLA. JONATHAN (übermütig): Tschau Baby! ANNABELLA: Ich bin kein Baby. JONATHAN: Das hab ich zu allen meinen Frauen gesagt, damit ich mit den Namen nicht durcheinder gekommen. ANNABELLA: Du kannst mit mir machen, was du willst, aber sag nicht Baby zu mir, du Weiberheld. ANNABELLA küßt JONATHAN nochmal, steigt in ihren Wagen und fährt weg.


105.
In der Küche des Gästehauses. ANNABELLA und ISABELLA beim Kochen. ANNABELLA: Leila will auf unserem Land begraben werden. ISABELLA: Dann begraben wir sie beide am besten nebeneinander. ANNABELLA: Vielleicht auf dem Grund des Teichs? ISABELLA: Der Bagger ist sowieso schon da. Dann geht das alles in einem Aufwasch und vor allem, es geht schnell vorbei. Wir müssen keine Gräber pflegen und können die beiden ganz schnell vergessen. Ist doch eine gute Lösung? ANNABELLA: Ob ich dann in dem Teich noch schwimmen kann, weiß ich nicht. ISABELLA: Mußt du ja nicht. Du bist einfach zu sentimental. ANNABELLA holt eine riesige Auflaufplatte aus dem Backofen und stellt sie auf den Küchentisch. ANNABELLA: Das riecht gut. Die Erdmänner werden sich freuen. Meinst du, daß der Priester da mitmacht? ISABELLA: Ich regele das schon. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. ANNABELLA: Dann wird es ein heiliger Teich. ISABELLA: Von mir aus. Ich brauch endlich mal wieder einen Mann. Ich fühle mich wie eine läufige Hündin. Alles bei mir ist ganz geschwollen. ISABELLA lacht ANNABELLA an. ISABELLA: Deine Liebesgeschichte mit meinem Mann macht mich ganz verrückt. Ich bin beinahe ein bißchen eifersüchtig. ANNABELLA: Er ist dein Ex-Mann!


106.
Am Bootsteg. MICHAEL zeigt jetzt JADE wie man angelt. MICHAEL macht es ihr vor. JADE schaut ihn dabei verliebt an. JADE: Ich weiß, sowas darf man nicht sagen. Beinahe bin ich froh, daß Leila nicht mehr da ist.


107.
Ein Leichenwagen mit zwei Särgen hält vor dem Gästehaus. ISABELLA kommt aus dem Haus und gibt den beiden LEICHENBESTATTERN auf italienisch Anweisungen, was mit den Särgen passieren soll.


108.
Die beiden LEICHENBESTATTER stellen die Särge in eine Felshöhle, die ihnen ISABELLA zeigt.


109.
JONATHAN kommt mit einem großen knallroten Koffer aus dem Flughafengebäude und steigt in ein Taxi.


110.
In GABRIELLAS Büro. JONATHAN öffnet den Koffer. Darin sind viele Kleider und unter den Kleidern ein mit Geld gefüllter Metallkoffer. JONATHAN: Es war mir ein bißchen zu gefährlich, nur mit dem Geld zurückzufliegen. Also habe ich gleich für Annabella ein paar Kleider gekauft. In Zürich gibt es so unglaublich schöne Sachen. Hoffentlich gefallen sie ihr. GABRIELLA: Ich bin mir ganz sicher, daß Sie einen guten Geschmack haben. JONATHAN stellt den Metallkoffer mit dem Geld auf GABRIELLAS Schreibtisch und öffnet ihn. JONATHAN: Es sind genau hundertsiebenundsiebzigtausend Schweizer Franken. Wenn Sie wollen, können Sie es nachzählen. GABRIELLA: Das muß ich!


111.
In ANNABELLAS Zimmer. JONATHAN stellt den Koffer auf das Bett und macht dabei ein geheimnisvolles Gesicht. ANNABELLA: Ist das das Geld drin. JONATHAN: Das Geld ist schon auf Michaels neuem Bankkonto. Er öffnet den Koffer. JONATHAN: Das hab ich aus Zürich mitgebracht. Für dich. ANNABELLA: Du spinnst total. JONATHAN: Du mußt sie alle sofort anprobieren. Was dir nicht gefällt, schicken wir zurück. ANNABELLA nimmt ein Kleid und verschwindet im Bad. JONATHAN setzt sich neben den Koffer aufs Bett und wartet, bis ANNABELLA zurückkommt. ANNABELLA: Es sitzt wie angegossen. Woher kanntest du meine Maße? JONATHAN lächelt: Ich kenne dich in und auswendig. Aber zur Sicherheit hatte ich ein Kleid von dir mitgenommen. Das war gar nicht so einfach. Wir mußten in Zürich jemand finden, der deine Figur hat. Es war eine schöne junge Frau. Die hat dann alles für dich anprobiert. ANNABELLA: Wie schön war diese Frau? JONATHAN: Nicht so schön wie du. Aber sie war schon ziemlich schön. ANNABELLA: Ich ha’s dir ja gesagt, du bist und bleibst ein Weiberheld. Aber jetzt bist du mein Weiberheld und ich liebe dich. Weißt du das? JONATHAN lächelt stolz und mit sich selbst zufrieden: Ja. ANNABELLA: Hast du auch was Schwarzes? Morgen ist die Beerdigung.


112.
Am nächsten Tag regnet es in Strömen. Am tiefsten Grund des Teiches sind zwei noch tiefere Löcher ausgebaggert. Daneben stehen die beiden mit Blumen geschmückten Särge. Davor steht der PRIESTER. Die beiden LEICHENBESTATTER lassen an Seilen die Särge in die Erde gleiten. Davor stehen mit Regenschirmen ANNABELLA, ISABELLA, JONATHAN, MICHAEL, JADE, die Herr und Frau ERDMANN und GÜNTER, SIGBERT und GESINE. Sie tragen alle Regenschirme. Der PRIESTER macht das übliche Beerdigungszeremoniell. ANNABELLA hat Tränen in den Augen. JADE und FRAU ERDMANN auch. ISABELLA und JONATHAN gucken ungerührt. MICHAEL bemüht sich, cool zu bleiben.


113.
Im Eßzimmer des Gästehauses. Die gesamte Trauergemeinde ist anwesend und ißt und trinkt. PRIESTER (zu ISABELLA): Es war ein denkwürdiges Begräbnis. Ein bißchen komisch war mir dabei doch zumute. Aber Gottes Wege sind unerforschlich. Davon bin ich zutiefst überzeugt. ISABELLA übersetzt das für die anderen.


114.
Der Regen hat aufgehört. Der Bagger fährt in die Teichgrube und schüttet die Gräber zu.


115.
Es ist Nacht geworden. ANNABELLA und JONATHAN liegen im Bett. JONATHAN: Übermorgen ist Vollmond. Ich dachte, das wäre ein guter Zeitpunkt für dich. Wenn du meine Frau werden willst, möchte ich dich heiraten. ANNABELLA: Ist das ein ernst gemeinter Heiratsantrag? JONATHAN: Ja. Mit sowas mache ich keine Scherze. Der Zeitpunkt ist vielleicht nicht besonders gut gewählt. ANNABELLA: Wenn ich zwanzig wäre, würde ich sofort ja sagen. Aber ich bin nicht zwanzig. (Pause) Bevor ich damals auf den Mond geflogen bin, hatte ich unglaubliche Angst. Ich hatte richtige Todesangst. Kannst du das verstehen? Ich hab mit dem Gedanken gespielt, freiwillig aus dem Raumfahrtteam auszuscheiden. Eine Ingenieurin, die dort beim Bodenpersonal gearbeitet hat, hat mir geholfen. Sie hat mich zu einer ganz und gar merkwürdigen Frau gebracht, damit sie mir hilft, meine Angst zu überwinden. Ich habe mit ihr gesprochen, vielleicht zehn Minuten, vielleicht eine halbe Stunde. Ich hatte jedes Zeitgefühl verloren. Sie hat mit mir über Gott gesprochen, über den Tod und die Liebe. Und sie hat mir gesagt, daß sie mich liebt. Und das habe ich richtig körperlich gespürt. Dann hat sie mir dieses Bild geschenkt. Danach hatte ich keine Angst mehr, auf den Mond zu fliegen. Kannst du verstehen, daß ich Angst habe, dich zu heiraten?


116.
Am nächsten Morgen. Der Himmel ist noch immer bewölkt. Vier neue BAUARBEITER ziehen eine riesige, schwarze Teichfolie über die mit weißen Filzmatten ausgelegte Teichgrube. Herr ERDMANN und MICHAEL schauen ihnen zu.


117.
JADE sitzt in ihrem Zimmer und schreibt etwas in ihr Tagebuch. „Leila und Hans wurden gestern beerdigt. Es war sehr traurig. Ich mußte weinen. Sterben muß etwas ganz Schreckliches sein. Ich möchte nicht sterben. Und es hat geregnet. Dadurch war alles noch schlimmer. Der Priester war pitschnaß. Wir hatten Gottseidank Regenschirme." (INSERT)


118.
Am Bootsteg. MICHAEL hilft den BAUARBEITERN beim Installieren von zwei Pumpen. Ein Stromkabel wird angeschlossen. Und eieinviertel Zoll-Schläuche werden vom See bis in den mit Folie ausgelegten Teich verlegt.


119.
Am Teich. Aus beiden Schläuchen fließt Wasser in den Teich. MICHAEL steht mitten in der mit Folie ausgekleideten Teichgrube. MICHAEL schreit laut: Okay! Es funktioniert!


120.
In der Küche des Gästehauses. ANNABELLA und ISABELLA beim Kochen. ANNABELLA: Morgen ist Vollmond. Da will ich Jonathan heiraten. Hast du eine Idee, wie wir das so schnell hinkriegen können? ISABELLA: Hat das nicht noch ein bißchen Zeit? ANNABELLA: Nein. Vollmond ist immer gut für solche Sachen. Da ändert sich das Wetter und alles wird neu! Ich hab immer bei Vollmond geheiratet. Auch den Vater von Michael. ISABELLA: Und hinterher hast du dich wieder scheiden lassen. Wieso bist du dir so sicher, daß Heiraten bei Vollmond gut ist? ANNABELLA: Es ist einfach so. Ich kann das nicht erklären. ISABELLA: Ich dachte, du wärst klüger geworden. Wenn wir in Amerika wären, wäre das ganz leicht. Aber hier dauert das ewig. Da kenne ich mich aus.


121.
ANNABELLA räumt das Zimmer von HANS auf. Unter einem Berg von Papieren findet sie einen Umschlag, darauf steht Testament. Sie öffnet den Umschlag und liest: „Testament. Ich bin hierher gekommen, um eine letzte Ruhestätte zu finden. Im Falle meines Ablebens soll mein ganzer Besitz, vor allem alle meine Videokassetten, aber auch alles Geld auf meinem Bankkonto, Jade Goldstein, der Tochter von Isabella Goldstein, gehören. Sardinien 1. Januar 2002. Hans Bergschmidt. PS: Vielleicht wird, diese Hoffnung verbinde ich mit meinem Vermächtnis, wird aus ihr einmal eine Göttin des Kinos." (INSERT)
ISABELLA kommt ins Zimmer. ANNABELLA: Schau mal. Hans hat auch ein Testament hinterlassen. ISABELLA: Annabella, ich hab die Lösung! ANNABELLA: Die Lösung für was? ISABELLA: Günter ist doch Kapitän. Kapitäne durfen doch Leute verheiraten. Ich hab ihn schon gefragt. Er sagt, es geht eigentlich nur auf seinem Schiff. Aber wir könnten - das war meine Idee - es doch auch auf einem Boot machen. Ist doch logisch - oder?


122.
Der neue Teich ist vollgelaufen. Die beiden BAUARBEITER rollen die Schläuche zusammen. MICHAEL rennt um den Teich zum Gästehaus.


123.
ANNABELLA hängt die frischgewaschene Bettwäsche aus dem Zimmer von HANS auf. GÜNTER sitzt auf der Terrasse, trinkt Wein und sieht ihr zu. GÜNTER: So ganz wohl ist mir dabei nicht. Aber da niemand weiß, daß Sie bei der Hochzeit nicht auf meinem Schiff waren, ginge das schon. Wenn es jemand erfährt, verliere ich vielleicht mein Kapitänspatent. Die eigentliche Heiratsurkunde kann ich Ihnen allerdings nur auf meinem Schiff ausstellen. Ich werde sie Ihnen dann mit der Post zuschicken. ANNABELLA: Ich werde schweigen wie ein Grab. MICHAEL kommt angerannt. MICHAEL: Mama! Mama! Der Teich ist voll. Du mußt sofort kommen!


125.
JONATHAN in seinem Zelt. Ein junger Mann, LUIGI (30) sitzt vor ihm. JONATHAN: Ich brauche einen Assistenten, der fließend drei Sprachen spricht: Deutsch, Englisch und Italienisch. LUGI: Ich bin Italiener. Ich habe vier Jahre in Deutschland gelebt und in Amerika studiert. JONATHAN: Das spricht alles für Sie. Haben Sie einen Führerschein? LUIGI: Ich habe einen italienischen Führerschein und einen amerikanischen. In Amerika kann man ohne Führerschein nicht leben. JONATHAN: Das weiß ich. Können Sie mit Computern umgehen. LUGI: Ich denke, daß ich nicht übertreibe, wenn ich Ihnen sage, daß ich mit Computern aufgewachsen bin. Mein Vater ist ein absoluter Computerfreak. Ich kann sogar, wenn es sein muß, programmieren. JONATHAN: Naja, das brauche ich nicht, dafür habe ich meine Leute in Amerika. Ich habe dort nämlich eine kleine Software-Firma. Ich habe nur daran gedacht, den Vertrieb in Zukunft hierher zu verlegen, denn das neue Europa ist ein noch größerer Markt für meine Produkte als die Vereinigten Staaten. Sie sprechen nicht zufällig auch Russisch? LUIGI: Wenn Sie wollen lerne ich auch Russisch. Ich bin ziemlich sprachbegabt. JONATHAN: Ich stelle Sie zunächst einmal vier Wochen auf Probe ein. Ihr Gehalt ist zweitausend Euro. Ihre erste Aufgabe ist es, bis morgen zwei Eheringe zu kaufen. JONATHAN gibt LUIGI zwei Ringe und eintausend Euro. JONATHAN: Das wird wohl ausreichen. LUIGI: Ich kenne mich da nicht aus. Ich habe noch nie gehairatet.


126.
MICHAEL schleppt ANNABELLA zum Teich. GÜNTER kommt hinter ihnen her, denn er ist auch neugierig geworden. ANNABELLA: Mein Gott ist der groß! Der ist ja wunderschön. Hol Jonathan! Der muß ihn auch sehen! Ich muß sofort darin schwimmen. MICHAEL geht weg, um JONATHAN zu holen. ANNABELLA zieht sich aus und steigt, sie trägt nur einen Body, vorsichtig, den die Teichfolie ist noch ziemlich glitschig, in das Wasser. Sie schwimmt hin und zurück durch die ganze Länge des Teichs und taucht zwischendurch bis auf den Grund. Als sie zurückkommt, ruft sie GÜNTER zu: Herr Kapitän, auf diesem Teich will ich heiraten!


127.
Am nächsten Tag. Die Sonne strahlt wieder vom Himmel. Kein Wölkchen ist zu sehen. Herr ERDMANN, GÜNTHER, JONATHAN, MICHAEL und zwei BAUARBEITER schleppen keuchend ein Ruderboot vom See den Berg hinauf zum neuen Teich. Sie müssen das Boot immer wieder absetzen, denn der Weg ist steil.


128.
Auf dem Teich im Boot. MICHAEL rudert langsam. Vor im steht GÜNTER. Vor GÜNTHER sitzen JONATHAN mit seinem Armani-Anzug und ANNABELLA in einem weißen Brautkleid.


128.
Am Teichrand stehen ISABELLA, JADE, Herr und Frau ERDMANN, GESINE, SIGBERT, LUIGI und auch GABRIELLA. Sie sind alle festlich angezogen. ISABELLA ruft GÜNTER, ANNABELLA und JONATHAN zu: Fangt endlich an! Wie lange sollen wir hier noch warten? Oder habt ihr es euch anders überlegt?


129.
Auf dem Boot. GÜNTER (zum Brautpaar): Ihr müßt aufstehen. ANNABELLA und JONATHAN stehen auf. Das Boot schaukelt hin und her. GÜNTER: Ich mache jetzt eine Kurzfassung der Zeremonie. Ich hab den genauen Text vergessen. Annabella, willst du Jonathan heiraten? ANNABELLA: Ja. ANNABELLA lächelt JONATHAN liebevoll an. GÜNTER: Jonathan, willst du Annabella heiraten? JONATHAN: Ja. GÜNTER: Kraft meines Amtes erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau. JONATHAN holt die Ringe aus seine Jackettasche und zieht einen ANNABELLA über den Finger. Den anderen gibt er ANNABELLA, und ANNABELLA zieht JONATHAN den Ring über den Finger. ANNABELLA: Du hast an alles gedacht! GÜNTER: Und jetzt müßt ihr euch küssen. ANNABELLA dreht sich JONATHAN zu, um ihn zu küssen, verliert das Gleichgewicht. Das Boot schaukelt zweimal hin und her und alle fallen ins Wasser.


130.
Die anderen am Teichrand klatschen begeistert Beifall.


131.
Das junge Ehepaar und GÜNTER schwimmen an den Teichrand. GÜNTER (schwimmend): Das war eure Äquator-Taufe. Ab jetzt seid ihr vor allen Widrigkeiten des Ehelebens geschützt. MICHAEL versucht, das Boot umzudrehen.


132.
ANNABELLA schafft es am schnellsten aus dem Teich zu kommen. Die anderen rutschen immer wieder auf der Folie ab. ANNABELLA gibt JONATHAN die Hand und zieht ihn aus dem Wasser. JONATHAN (zu ANNABELLA): So hatte ich mir meine Hochzeit mit dir nicht vorgestellt. ISABELLA: Es war die beste Hochzeit, die ich je erlebt habe. So muß es sein, wenn sowas gutgehen soll. Zieht euch um! Gleich gibt's das Hochzeitsessen. Ich habe extra für euch zwei Köche engagiert.


133.
In der Nähe des Teichs. Die Hochzeitsgesellschaft sitzt an den gleichen Tischen, die vorher auf der Terrasse des Gästehauses standen. Daneben ist ein großes Buffet aufgebaut. Hinter dem Buffet stehen die beiden KÖCHE. MICHAEL und JADE bauen eine Stereoanlage auf. ANNABELLA und JONATHAN kommen, frisch angezogen, zu ihren Gästen. Alle klatschen. ISABELLA: Was habt ihr bloß solange gemacht? Wir haben Hunger! ANNABELLA (leise zu JONATHAN): Jetzt mußt du was sagen. JONATHAN: Ich? ANNABELLA: Ja. Schließlich wolltest du mich heiraten. JONATHAN: Also gut. Ich freue mich, daß ihr alle zu diesem für mich äußerst erfreulichen Ereignis gekommen seid. (Pause) Das Buffet ist eröffnet. Laßt es euch schmecken. Alle klatschen.


134.
Es ist dunkel geworden. Am Himmel geht der Vollmond auf. ANNABELLA und JONATHAN tanzen ekstatisch und ausgelassen wie Kinder. Die Gäste schauen zu.


135.
ANNABELLA und JONATHAN spazieren händchenhaltend um den Teich.


136.
Die Hochzeitsgäste essen, trinken und tanzen.


137.
Am anderen Ende des Teiches bleiben ANNABELLA und JONATHAN stehen. Der Vollmond spiegelt sich im Wasser. ANNABELLA: Mir kommt es vor, als seien Monate vergangen. Wir haben uns erst vor vierzehn Tagen kennengelernt. JONATHAN: Es ist ziemlich viel passiert. ANNABELLA: Hast du was dagegen, wenn ich dich jetzt sofort küsse? JONATHAN: Nein. Und dann? ANNABELLA küßt JONATHAN. ANNABELLA (flüstert ihm ins Ohr): Dann will ich mit dir ficken! ABBLENDE.


ISABELLA (OFF) über den Schlußtiteln:
Rom. Heute ist der 7. Januar 2017. - Annabella hat vierzehn Jahre hier auf Sardinien mit Jonathan gelebt. Dann ist sie gestorben. Sie waren glücklich miteinander. Dann ist Jonathan wieder nach Amerika gegangen. Er hat gesagt, daß er ohne Annabella - hier - nicht leben kann, weil ihn alles an sie erinnert. Hier ist nichts mehr so wie früher. Michael und ich haben alles verkauft und ich bin nach Rom gezogen. Dort gibt es viel mehr Männer.
Übrigens, Michael hat Jade tatsächlich geheiratet. Leider nicht auf dem Teich. Jade ist eine Filmregisseurin geworden. Sie hat schon drei Filme gemacht. Ziemlich gute Filme, finde ich. Aber ich kann das nicht beurteilen. Dazu bin ich jetzt zu alt. Michael hat aufgehört, Fische zu angeln. Er ist ihr Produzent. Sie haben schon zwei süße Kinder, einen Jungen und ein Mädchen.

THE END

     
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