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18 November



01.11.2018  
Fast den ganzen Tag war es bewölkt. Jetzt am Abend, kurz vor Sonnenuntergang ist mein Garten erleuchtet.

02.11.2018   Jeden Abend scheint bei mir hier die Sonne und ein Restlicht fällt noch auf mein durch den Wilden Wein verzaubertes Haus.

Serpil Turhan ruft mich an und sagt, dass sie vielleicht nicht wie seit langem geplant, am Sonntag zu mir kommen kann, denn ihre Tochter Lorîn hat sich eine Virusgrippe eingefangen. Ich habe eine Stunde lang für sie und ihren Mann meine untere Toilette geputzt. Das mache ich immer, wenn ich Übernachtungsgäste kriege. Die letzten waren Nicolai und Ina im Juni. Da sie sich von mir einen Auflauf gewünscht hat, wird sie mich morgen früh anrufen und mir sagen, ob sie doch noch alleine kommt und alles für den Auflauf noch einkaufen kann.
03.11.2018   Serpil ruft mich heute morgen um 8 Uhr an und sagt, dass sie am Sonntag nicht kommen wird. Ich muss nicht für den von ihr gewünschten Auflauf einkaufen und schaffe es dadurch, den 1250 Seiten-Roman von Paul Auster fertig zu lesen. Er hat auf jeden Fall meine Sicht auf das Leben verändert. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.
04.11.2018   Nach dem Lesen von Paul Austers "4 ,3 ,2, 1" leide ich heute unter Entzugserscheinungen. Der graue Himmel über mir beim Radfahren hilft mir da schon gar nicht.

05.11.2018   Meine Tochter Joya hat gestern Abend in München den "Regie-Preis Metropolis" für ihren Film "Königin von Niendorf" gewonnen. Dazu einen Scheck über 5.000 Euro. Sie hat es mir um 23 Uhr als WhatsApp-Nachricht geschickt. Da habe ich schon lange beim "Tatort" geschlafen. Ich konnte es noch nicht so richtig glauben und habe auf der orf.news-Seite (LINK) die Bestätigung dafür gefunden.
Seit gestern ist "Königin von Niendorf" auch auf dem Portal von alleskino.de (LINK) zu sehen.

06.11.2018   Meine Ölheizung aus dem Jahr 1994 bekam gestern einen neuen Druckbehälter. Der alte war kaputt und hat dafür gesorgt, dass Wasser in den Keller ausgetreten ist. Der Monteur zeigt mir, was ich machen muss, damit ich in den Heizkörpern frisches Wasser nachfüllen kann. Dabei wird mir klar, wie alt ich leider geworden bin. Ich habe Mühe, meine Heizung zu bedienen.

Beim Fahrradfahren sind heute fünf Rehe vor mit über den Radweg in den Wald gezogen. Es fühlte sich an wie eine Prozession für mich.
Ich lese jetzt "Schuld und Sühne" und bin darüber erstaunt, wie sehr mir der Roman gefällt.
07.11.2018  




So schön kann bei mir Nebel sein.

Ich habe das Lesen von "Schuld und Sühne" unterbrochen und sammle mit meinem Rasentraktor Laub ein. Es ist gut für mich wieder einmal etwas in meinem vernachlässigten Garten zu machen.
Danach verbrenne ich alles inzwischen angefallene Papier im Innenhof. Das lässt mich sogar die "Fußheberschwäche" vergessen.

08.11.2018  
Gestern Abend die Pressekonferenz von Donald Trump live übertragen.

Heute morgen bein Radfahren zu den Windrädern. Danach war ich bei einer Optikerin in Dahme, um neue Gläser für meine Lesebrillen in Auftrag zu geben, denn mit der alten sehe ich auf dem rechten Auge schlechter. Sie sagt, dass ich dort nur noch 40 Prozent Sehstärke habe und auf dem anderen Auge 50 Prozent und empfielt mir einen Augenarzt aufzusuchen. Wenn ich im nächsten Jahr länger in Berlin bin, werde ich das bei Professor Pham machen.
09.11.2018  
Da der Himmel heute wieder zugezogen ist, freue ich mich morgens über meinen blühenden Weihnachtskaktus.

Am Nachmittag bekomme ich Post aus Paris.
10.11.2018   Der Besuch von Adriana Altaras heute mit Doris Akrab, einer Jouranalistin der TAZ, und ihrem jüngsten Sohn Lrnny ist heute wie eine Invasion über mich gekommen.

Ich zeige ihnen zuerst meinen Garten.

Danach sitzen wir vier Stunden in der Küche. Adriana hat Spaghetti mit Butter und Käse, wie in "DAS GEHEIMNIS" für Marquard Bohm, gekocht, und wir haben angefangen über Geschichten aus unserer gemeinsamen Filmvergangenheit zu reden. Mit Adriana fühlt sich das für mich manchmal an, als spielten wir für Doris Akrab in einem Theaterstück. Ich erzähle ihr, wie sehr mich Paul Austers "4, 3, 2, 1" beindruckt hat. Sie erzählt, dass ihr ältester Sohn Aaaron gerade in einem Film den jungen Paul Auster spielt. Ich erzähle Doris auch tausend Geschichren aus meinem Leben, denn wir haben Wein getrunken und sie hört mir interessiert dabei zu.
Bevor sie zurückgefahren sind, wollte Adriana auch noch mein Schlafzimmer und mein Badezimmer sehen. Sie fand alle Räume, in denen ich jetzt alleine lebe, riesengroß.
Als sie zurückgefahren sind, musste noch ein letzes Foto von uns beiden mit ihrem iPhone gemacht werden.

11.11.2018   Beim Fahrradfahren habe ich heute, weil Adriana und davor Serpil mich bedrängt haben, mein Smartphone mitzunehen, es dabei gehabt.

Am Nachmittag skype ich mit Nicolai, Ina und Clara in Marburg.


12.11.2018   Mein Morgen beginnt mit einem Schock. Urplötzlich funktioniert WhatsApp Desktop auf meinem Computer nicht mehr. Ich muss das Programm löschen und eine neue Version aus dem AppStore herunterladen. Mit zitternden Händen schaffe ich es dann auch noch Telefon und Computer mit den Scannen des QR-Codes zu synchronisieren. Zum ersten Mal habe ich das Weihnachten 2017 damals noch mit einem iPhone gemacht. Ich bin überglücklich, dass jetzt alles wieder wie vorher funktioniert.

Die Zugfahrt von Luckau-Uckro war außerordentlich angenehm. Eine ältere Dame saß, als ich ankam schon im Wartehäuschen. Mir ist es gelungen, sowohl die Karte für die Hinfahrt wie auch für die Rückfahrt am Donnerstag zu lösen.

Im Zug habe ich sie viel gefragt und ich habe ihr viel erzählt. Sie ist 80 Jahre alt, wohnt in Hamburg und ist topfit. Sie heißt Getrud Hasenclever. Der sehr nette Schaffner hat auf meine Bitte dieses Foto von uns beiden für mein Blog gemacht. Er hat uns auch auf seinem Smartphone gezeigt, wenn jemand ohne Ticket in den Zug steigt und sagt, dass der Fahrkartenautomat nicht funktioniert hat, kann er sehen, ob das stimmt oder nicht.
In Berlin bin ich am Nachmittag insgesamt gut 1 Kilometer gelaufen, um ein Paßfoto in der Bergmannstraße zu machen. Dieses Foto aus vier Fotos, die der Fotograf gemacht hat, habe ich ausgewählt. Er hat am Ende gesagt, er freut sich auf meinen nächsten Besuch in zehn Jahren.

Morgen kommt ein Techniker der Telekom und prüft, warum mein Internet-Anschluss hir noch immer unendlich langsam ist.
13.11.2018  
Der Herr der Telekom schafft es in einer halben Stunde mein Internet wieder schnell zu machen.

Ane Esdor, meine Reqisiteurin bei vier Filmen und Susanna Cardelli, meine Ausstatterin bei fünf Filmen besuchen mich. Wir tauschen viele Erinnerungen aus. Das Foto von uns Dreien hat der Techniker der Telekom gemacht. Als sie gegangen sind teste ich die Geschwindigkeit meines Internetzugangs. Der ist jetzt ohne Glasfaser mehr als doppelt so schnell wie der auf meinem Bauernhof. Ein Grund öfter nach Berlin zu fahren?

14.11.2018   Was für ein Vormittag heute - an meinem 79. Geburtstag! Beim Bürgeramt Kreuzberg habe ich einen neuen Personalausweis, einen neuen Pass beantragt und sogar einen Anwohnerparkausweis für mein Auto bekommen.

Mein Geburtstagsfest abends um 18 Uhr im Thai-Restaurant mit (von links nach rechts) Jochen Brunow, Joya, Irene Schlebes, Karlheinz Oplustil und Philipp Wunderlich. Karlheinz schenkt mir "Die Wurzeln des Lebens" von Richard Powers, Jochen Brunow "Lincoln im Bardo" von George Saunders. Joya und Philipp eine neue Bank für meinen Bauernhof (zunächst als Foto). Irene hat einen Geburtstagskuchen für mich gebacken. Die Kerze muss ich ausblasen und mir dabei etwas wünschen. Ich bin ganz schön gerührt.

Jetzt bin ich also 79 Jahre alt geworden. In "PARADISO" sagt Hanns Zischler bei der Feier zu seinem 60.Geburtstag: "Ich hätte nie gedacht, dass ich so alt werden würde". Im Bücherschrank seiner Mutter habe ein Buch mit dem Titel "Das Leben beginnt mit vierzig" gestanden. Den Dialog hatte ich geschrieben, weil dieses Buch tatsächlich im Bücherschrank meiner Mutter gestanden hat.
Jetzt muss ich daran gehen, mich auf neue Ziele vorzubereiten. Meine Autobiographie würde ich schon gerne noch zu Ende schreiben. Vielleicht nach meinem 80. Geburtstag. Einen neuen Film möchte ich defininiv nicht mehr machen, obwohl ich immer wieder von Dreharbeiten träume.
15.11.2018  
Der erste Tag im neuen Lebensjahr war nicht einfach für mich. Ich war in Berlin 4 Tage in einer anderen Welt. Als ich in Luckau-Uckro aus dem Zug gestiegen bin, schien für einen Moment die Sonne. Beim Autofahren danach fühlte sich alles fremd an. Deshalb bin ich sofort aufs Fahrrad gestiegen und zu den Windrädern gefahren.
Im Briefkasten auf dem Bauernhof war ein neues Geschenk von meiner Autobiographie-Leserin aus Köln, rot und blau verpackt.

Beim Erzählen vom wem ich welches Geschenk bekommen habe, sind mir gestern Fehler unterlaufen. "Die Wurzeln des Lebens" war von Jochen und "Lincoln im Bardo" war von Karlheinz.

Die Gartenbank war ein Geschenk von Nicolai+ Ina und Joya + Philipp. Ein großes gemeinsames Geschenk meiner Kinder, das irgendwann auf den Bauernhof transportiert werden muaa.
16.11.2018  
Der Winter hat jetzt begonnen. Früh morgens nach Sonnenaufgang überall Rauhreif.

Am Nachmittag sind die beiden letztem literarischen Geschenke zu meinem Geburtstag eingetroffen. Womit fange ich nach "Schuld und Sühne" bloß an?
17.11.2018  
Eine erste dünne Eisschicht ist auf den Pfützen heute zu sehen. Ich denke über "Schuld und Sühne" nach, mit dem ich heute fertig geworden bin. Ich kann Paul Austers Alter-Ego Ferguson verstehen, der sagt, dass das Lesen dieses Romans sein Leben verändert hat. Ganz am Ende erlebt Raskolnikow sogar noch eine Liebesgeschichte, die alle Leser versöhnt.

Vier Rehe kreuzen meinen Radweg. Ich hatte zum Glück heute meinen richtigen Fotoapparat mit einem Superzoom dabei, um dieses Foto machen zu können.
18.11.2018  
Heute morgen bei minus 5Grad ist auch eine dünne Eisschicht auf meinem Gartenteich. Ich fahre zu den Windrädern und checke danach, ob meine Pumpe für den Gartenteich noch funktioniert. Sie funktioniert noch, aber in den nächsten Tagem muss ich aus ihr und den Wasserleitungsrohren wieder alles Wasser ablassen, denn es könnte ja noch kälter werden. Das ist eine mühsame Prozedur.
19.11.2018  


Gestern Abend. Nicolai füttert Clara mit Brotstückchen, die wir früher "Reiterchen" genannt haben. Wenn er bei mir ist, macht er diese noch heute beim Abendbrot für mich.

Ich bedanke mich bei allen Bloglesern für die Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Vielleicht erleben wir auch noch den 80.Geburtstag am 14. November 2019.

20.11.2018  
Radfahren bei Windböen, die mir mit 60 kmh ins Gesicht blasen ist leider keine Freude mehr. Ich musste zweimal vom Rad absteigen und bin ein Stück zu Fuß gegangen.
Als ich nach Hause komme, ruft mich Joya an. Sie wird am 8. Dezember mit Philipp auf den Bauernhof kommen und mir zusammen mit anderen Sachen aus der Wohnung von Anna, deren Gruppenraum und Keller wieder einmal überflutet sind, die Sitzbank, mein Geburtstagsgeschenk, bringen. Für beide werde ich selbstverständlich einen Auflauf kochen. Wir können dann zu dritt die Oleandersträucher und Yuccapalmen in ihr Winterlager transportieren.
21.11.2018  
Ich besuche heute Undine Strelow, die ich aus Emails seit mehreren Jahren kenne, aber noch nie getroffen habe, obwohl sie mich eingeladen hatte, sie in Schöna-Kolpien zu besuchen. Da sie regelmäßig mein Blog liest und auch alle meine Filme auf DVD gesehen hat, weiß sie fast alles über mich. Sie hat für mich eine Torte gekocht. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, und ich denke, wir könnten in Zukunft richtige Freunde werden.
   


   

   

   

   
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