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19 Januar



01.01.19  
Micaëlas Silvesterbraten: Roastbeef.

Bei Böen mit 65 km/h fahren Micaëla und ich zu den Windrädern. Wir begegnen unterwegs wieder meinem alten Fahrradfreund. Wir wünschen uns beide ein gutes Neues Jahr.

02.01.19   Micaëlas Stilleben von gestern, als die Sonne geschienen hat. Ich habe heute Nacht intensiv geträumt, dass ich vom Goethe-Institut gekidnappt worden bin. Wie genau das vor sich gegangen ist, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls befand ich mich plötzlich mitten in New York und irrte durch die Straßen. Ein Mitarbeiter versprach mir eines der schönsten Zimmer dort im 75. Stock. Ich sage zu ihm, wenn ihr mich vorher gefragt hättet, ob ich bereit bin, nach New York zu reisen, hätte ich abgesagt.



Nach dem Film hat es dicke Flocken geschneit. Ich stand gerade unter der Dusche.

Dann gehen wir einkaufen.

Zum Mittagessen koche ich zum ersten Mal seit vielen Jahren Kartoffelpuffer. Micaëla war begeistert. Mir haben sie auch geschmeckt.

Und danach sind wir wieder bei Sonnenschein zu den Windrädern gefahren.
03.01.19  
Ich verbrenne unseren Weihnachtsbaum. Micaëla filmt mich.

Ich heize das Feuer mit meinem Laubbläser an. Es wird unglaublich heiß.

Um Micaëla zu erfreuen schütte ich ein kleines Glas Benzin in das Feuer.

Unser Mittagessen heute: Sauerkraut mit Speck. Damit das Sauerkraut nicht so sauer ist tut Micaëla etwas Zucker drauf. Das funktioniert tatsächlich. Auf das Radfahren verzichten wir heute. Wir sind beide zu müde.
04.01.19  
Dorftreich nach dem Hellwerden.



Die Flaschentonnen beim Rewe-Supermarkt in Dahme.

Seit einer Woche lese ich dieses Buch, das mit Micaëla empfohlen hat. Ich kann es nicht fassen, dass ich es früher nie gelesen habe. Ich lese es mit wachsender Begeisterung.
05.01.19  
Ich fahre heute zum erstenmal alleine zu den Winrädern. Micaëla hat meine Abfahrt aus ihrem Fenster fotografiert.

So sieht der Himmel vor mir aus…

…ganz plötzlich fällt ein Sonnenstrahl auf eins der Windräder. Ich interpretiere das als gutes Zeichen für unsere Zukunft.
06.01.19  
Ich bin mit Micaëla in Berlin. Ich zeige ihr meine Schals.

Wir treffen Karlheinz Oplustil zum Mittagessen im Thai-Restaurant.

Karlheinz musste früher gehen, weil er noch eine andere Verabredung hatte.
07.01.19  
Mit Micaëla in der Martheinekehalle

Familetreffen…

…Nicolai hat mir seine Tochter auf den Schoß gesetzt…

…Clara erkennt mich auf dem Bild von Serpils Film.

Draußen in der Fidicinstraße regnet es…

Im Restaurant Austria am Marheinekeplatz. Allen schmeckt das Essen ausgezeichnet.

Noch einmal der rote und der blaue Regenschirm. Diesmal in der Friesenstraße.
Eine INFO für meine Blogleser, die sich vielleicht schon Sorgen um mich gemacht haben. Mein Programm mit dem ich Zugang zu meinem Server habe, hat seit heute morgen nicht mehr funktioniert. Mit Philipp Wunderlichs Hilfe und dem Programm Teamviewer konnten wir das Problem lösen.
08.01.19  
Die erste Station heute. EKG.

Nachdem alles getan ist, Mittagessen im Ristorante Piazza Brá. Wir essen beide Saltimbocca mit Spinat als Beilage. Ich kenne das von früher. Micaëla ist begeistert.
Zuhause in meinem Briefkasten finde ich die offizielle Nachricht zur Verleihung des Ehrenpreises der Deutschen Filmkritik.

09.01.19   Heute ist der große OP-Tag. Ich darf sechs Stunden lang nichts essen und trinken. Das macht mich fix und fertig.

Ich warte trotz Wind und Regen auf mein Taxi, denn ich bin so lange nervös, bis ich es in der Ferne kommen sehe.

Micaëla wartet lieber drinnen.

Nach der zweistündigen Operation.

Diese Schwester versorgt mich mit einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen.

Ganz zum Schluss besucht mich Dr. Wohlt. Er hat mich operiert und schärft mir ein: kein Alkohol und keine Zigaretten. Zehn Tage lang.
10.01.19  
Micaëla hat ihren Lieblingsplatz in der Fidicinstraße gefunden. Ich fahre sie zum Flugafen und anschließend mit dem Taxi zu Dr, Wohlt, Und danach mit dem Auto zum Bauernhof. Wir kommen beide etwa gleichzeitig an unseren Zielorten an.

11.01.19  


Die Außenwelt sieht heute nicht sehr einladend aus. Meine Innenwelt auch nicht, denn ich habe Fieber.
Eine ungwöhnliche email erreicht mich heute:


12.01.19  
Micaëlas Rosen machen mich traurig. Ich könnte sie weiter auf dem Tisch stehen lassen. Ich könnte sie in den Komposteimer werfen. Ich könnte sie verbrennen.

Das Zurückfinden in mein Alleine-Leben auf dem Bauernhof fällt mir schwer und dazu darf ich auch noch keinen Wein trinken und auch nicht rauchen. Da ich keine Lust zum kochen habe, mache ich mir einen Salat aus sämtlichen übriggebliebenen Salatresten.
Außerdem habe ich mit dem Autobiographieschreiben wieder angefangen und beende den Mai 2017. Immer wieder will ich nach einer Zigarette greifen. Und ein Glas Wasser ist auch kein Ersatz für ein Glas Wein.
13.01.19  
Zwei Paar warme Schuhe. Das ist alles, was von Micaëla hier auf dem Bauernhof geblieben ist. Heute am 6. Tag ohne Wein werde ich mal wieder was kochen.
14.01.19  
Ein kleiner Lichtblick noch vor Sonnenaufgang.

Dann kam die Sonne zu mir ins Zimmer und ich bin aufs Rad gestiegen. Dabei treffe ich meinen 80jährigen Fahrradkumpel. Wir freuen uns, dass wir uns wieder begegnen. Er ist nicht 80, sondern wird im Oktober 82. Ich erzähle ihm von meiner Stimmband-OP und dass bei mir am 6. Februar der graue Star operiert wird. Er sagt, dass bei ihm am 8. Februar der graue Star operiert wird. Wir wünschen uns beide viel Glück.

Weinersatz.
15.01.19   Ich bin heute morgen mit dem Lesen von "Lady Chatterly" fertig geworden. Mein Gott, diese Liebesgeschichte hat mich mitgenommen! Danach, obwohl es draußen dicke Flocken geschneit hat, aufs Fahrrad gestiegen und auf dem Weg zu den Windrädern in tiefes Nachdenken versunken…
16.01.19  
Auf "Lady Chatterley" folgt heute "Madame Bovary". Den hatte ich zwar schon einmal gelesen, aber keine Erinnerung mehr daran. Flaubert schreibt völlig anders als Lawrence. Ein Unterschied wie zwischem einem Foto und einem Gemälde.
17.01.19  
Das einzig Schöne bei diesem Wetter ist, dass es nicht regnet. Ich sehne mich nach Frühling.

Der Winterjasmin bei mir im Innenhof blüht schon eine ganze Weile.

Am Abend. Sonnenuntergang.
18.01.19   Zum Fädenziehen muss ich heute nach Berlin. Schon wieder ist es dafür ein bisschen Winter geworden.



Mein Schreibtisch in der Fidicinstraße.

Besuch bei meinem Hausarzt und Freund Dr. Günter Heck - seit dreißig Jahren! Er zieht mir die Fäden von meiner Stimmband-OP. Er findet, dass ich 15 Jahre jünger aussehe. Er spielte in meinem Film "SIEBEN FRAUEN" einen Karate-Kämpfer, der von Adriana Altaras besiegt wurde. Ihm gefällt mein Gehstock. Beim Abschied sagt er, dass er mich erst in 4 Jahren wiedersehen will.
19.01.19  
Zum ersten Mal in diesem Jahr fahre ich mit meinem roten Fahrrad zu den Windrädern. Ich merke, dass die OP mich mehr geschwächt hat, als ich dachte.
Micaëla schickt mir heute ihren zweiten Brief:

Die Postverbindung von Paris nach Niendorf ist überraschend schnell. Nur 2 Tage. Ihr erster Brief vom Dezember war falsch frankiert. 80 Cent, statt 120 Cent. Er kam aber trotzdem an. Auf der Vorderseite des Briefs war auch eine Zeichnung von ihr. Die französiche Post hat sie für eine Briefmarke gehalten und einen Wellenstempel darüber gedruckt. Meine alte Briefmarlensammler-Leidenschaft ist wieder geweckt.
20.01.19  
Ein freundlicher alter Herr macht dieses Foto von mir am Körbaer See. Wir kommen in ein längeres Gespräch. Er ist 84 Jahre alt, sieht aber aus wie 60. Er geht nicht mehr zu Ärzten, weil die in unserem Alter immer irgendetwas finden. Er fährt nicht mehr Fahrrad, seitdem er in Dahme von einem Auto angefahrn worden ist. Und nach Berlin fährt er mit dem Auto nach Jüterbog und von da mit dem Zug.
21.01.19  


Gestern blauer Himmel. Heute Nebel. Ich habe von einem riesengroßen Blutmond geträumt. Gesehen habe ich ihn nicht.

Fahrradfahren geht heute erst ab 12 Uhr. Aber da hat es immer noch minus 2 Grad.
22.01.19  
Ich entdecke überall die Farben Rot und Blau. Und am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang hell und strahlend die Venus.

In Paris schneit es. Bei mir ist blauer Himmel.
23.01.19  
Heute morgen bei meiner Friseuse in Dahme. Heute Nacht habe ich geträumt, dass jemand mir ein Drehbuch gegeben hat und auch das Geld dazu (über eine Million), damit ich den Film noch in diesem Jahr drehen kann. Alles hätte in einem Hotel gedreht werden müssen. Ich wollte das Drehbuch sofort ins Englische übersetzen lassen. Dann bin ich aufgewacht.

Ich musste all meinen Mut zusammennehmen, um bei minus 6 Grad und starkem Wind meine 12 Km-Strecke zu fahren. Auf dem Rückweg sind mir fast die Ohren abgefroren.
24.01.19   Karlheinz Oplustil schickt mir per email seine Einladung zur Verleihung des Ehrenpreises der deutschen Filmkritik. Jetzt weiß ich endlich wann und wo das stattfindet. Die Laudatio werden Petra Seeger, Serpil Turhan und Hanns Zischler halten.
Der Film meiner Tochter Joya "Königin von Niendorf" ist in der Kategorie Kinderfilm nominiert
     
     

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